Eine deutsche Großfamilie steht vor dem Aus: Liliya Klassen, Mutter von sieben Kindern, soll Deutschland verlassen – wegen eines bürokratischen Fehlers. Die ganze Geschichte berichtet die Junge Freiheit.
„Gut Moores, Freistett es oul foddich!“ – so begrüßt Liliya Klassen ihre Familie auf Plattdeutsch zum Frühstück. Es könnte ein ganz normales deutsches Familienleben sein, doch die Behörden sehen das anders. Obwohl Liliya aus einer altdeutschen Linie stammt, ihre Kinder in Deutschland großzieht, Deutsch spricht, arbeitet und integriert ist, droht ihr die Abschiebung nach Kasachstan – mit 30 Monaten Einreisesperre. Der Grund: ein „falsches Visum“ bei der Einreise.
Seit fast fünf Jahren lebt die Familie Klassen in Baden-Württemberg. Heinrich Klassen arbeitet als Altenpfleger, Liliya hilft in einer Spedition. Zwei Kinder sind volljährig, fünf leben noch zu Hause – darunter der 14-jährige Rudolf. Nun will das Ausländeramt ausgerechnet die Mutter aus der Mitte der Familie reißen.
Die Argumentation der Behörde ist zynisch: Die familiären Bindungen seien „nicht mehr so eng“ – ein 14-jähriger könne das verkraften. Dass Liliyas Mutter mit 86 gerade Uroma zum hundertsten Mal wurde? Kein Grund zur Milde. Dass Liliya Deutsch spricht, sich in der Kirche engagiert, arbeitet und integriert ist? Kein ausreichender „besonderer Umstand“.
Stattdessen wird gegen sie wegen illegalen Aufenthalts ermittelt – trotz belegter Bemühungen um rechtmäßigen Aufenthalt. Die Familie bleibt kämpferisch. Vater Heinrich sagt klar: „Ich werde meine Frau nicht allein zurückgehen lassen.“
Ein Behördenstaat auf Abwegen: Während jedes Jahr Hunderttausende ohne Papiere einreisen und bleiben dürfen, soll eine deutsche Mutter ausgewiesen werden – weil ihr Mann das falsche Visum beantragte. Der nächste Termin: 31. Juli. Danach droht der Familie die Zwangstrennung.


