Der muss es ja wissen: Ukrainischer Geheimdienstchef sagt, Russland bereitet Angriff auf Baltikum vor und Brüssel samt Berlin spielt die Melkkuh der Angst

Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes Kyrylo Budanow hat mal wieder eine apokalyptische Warnung losgelassen: Russland plane bis spätestens 2027 die Besetzung der baltischen Nato-Staaten. Was auf den ersten Blick nach einer neuen Eskalationsstufe im Russland-Ukraine-Konflikt klingt, wirft bei näherem Hinsehen vor allem eines auf: politische Schachzüge, von denen vor allem Brüssel und Berlin profitieren. So berichtet die Qualitätspresse die Warnmeldung auf etlichen Kanälen unter Berufung auf ukrainische Quellen. Wie glaubwürdig ist das denn?

Budanow spricht von einer drastisch vorgezogenen russischen Strategie – aus dem Jahr 2030 wurde plötzlich 2027. Doch statt konkrete Beweise vorzulegen, bleibt es bei Allgemeinplätzen über ein angeblich „imperiales Selbstverständnis“ Moskaus und eine pauschale Abwertung des Westens als schwach und unentschlossen. Wie praktisch für Brüssel und die Ampelregierung: Statt Debatte über explodierende Verteidigungsbudgets und gescheiterte Ukraine-Strategien wird der Angstreflex in der Bevölkerung bedient.

Deutschland, das kürzlich wieder einmal größere Summen für die Unterstützung der Ukraine freigeben musste, soll sich jetzt als „verlässlicher Partner“ inszenieren, wenn es nach Merz und gegen das Volk geht. Brüssel profitiert vom Daueralarmismus, um nationale Souveränitätspolitik zu delegitimieren. Die Warnung vor einem Angriff auf die baltischen Staaten, der automatisch den Nato-Bündnisfall auslösen würde, ist ein gefundenes Fressen für jene, die Deutschland stärker in die europäischen Verteidigungsstrukturen einbinden wollen und jede kritische Debatte über Kosten, Risiken und Konsequenzen im Keim ersticken.

Schon die unklare Rolle Polens in Budanows Darstellung wirft Fragen auf: Ein Nato-Land soll offenbar angegriffen, aber nicht besetzt werden. Eine strategische Differenzierung, die eher nach politischer Rhetorik als nach militärischer Analyse klingt. Doch statt diese Widersprüche offen zu diskutieren, übernehmen deutsche „Leitmedien“ die Aussagen kritiklos und liefern die Narrative frei Haus an Brüssel weiter.

Ob die angeblichen Geheimdienstinformationen belastbar sind oder vielmehr einem politischen Zweck dienen, nämlich dem Ausbau der deutschen und europäischen Macht- und Finanzinteressen auf Kosten der Bürger, bleibt unklar. Fest steht: Wenn aus Kiew Alarm geschlagen wird, sollten Berlin und Brüssel stärker zur Rechenschaft gezogen werden, statt ihre Kassen mit Milliarden auszustatten und gleichzeitig Grundrechte sowie nationale Debatten zu unterdrücken.