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Bußgeld-Terror: Auch E-Autos dürfen ohne Plakette nicht in die Umweltzone

In Deutschland hat das Aussortieren und Markieren auf Behördenweisung eine lange Tradition. Kaum jemand stellt die Mülltrennung infrage oder die an dunkelste Zeiten erinnernden Umweltplaketten für Autos. In den sogenannten Umweltzonen darf man nicht mit Fahrzeugen einfahren, die Rot oder Gelb markiert sind. Einzig erlaubte Farbe ist selbstredend Grün – was sonst. Als Grün und damit über jeden Zweifel erhaben gelten auch E-Autos, weil sie abgasfrei unterwegs sind. Gut zu erkennen sind diese Fahrzeuge an dem E im Kennzeichen. Damit wäre der Fall eigentlich klar. Eigentlich!

Es klingt wie eine billige Provinzposse aus längst vergangenen Zeiten, wie etwa dem Hauptmann von Köpenick, spielte sich aber in der bayrischen Hauptstadt der Gegenwart ab. Gut, München ist nicht der Nabel der Welt, aber die Heimat von Räuber Hotzenplotz und dem nicht ganz so schlauen Wachtmeister Dinkelmoser. Vielleicht liegt hier die Erklärung für die Schikane, die eine BMW-Fahrerin erleben musste. Weil sie naheliegend gar nicht auf die Idee gekommen war, sich eine grüne Plakette für ihren elektrisch betriebenen PKW zu besorgen, erhielt sie wegen unerlaubten Aufenthalts in der Umweltzone ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro plus 28,50 Euro Gebühren.

Das Bayrische Polizeiverwaltungsamt begründete das Bußgeld im Schreiben damit, dass die E-Kennzeichnung bei E-Autos „die Feinstaubplakette nicht ersetzen, da auch Hy­bridfahrzeuge, die neben einem Elektroantrieb auch über einen Verbrennungsmotor verfügen, zwar mit einem E-Kennzeichen versehen sein können, in der Umweltzone aber mit Benzin- oder Dieselantrieb bewegt werden können.“

Quelle: Efahrer.chip.de

Die Stadt München distanziert sich von dieser Praxis, solche Verstöße würde man nicht streng auslegen, wenn das E im Kennzeichen erkennbar wäre, heißt es weiter bei efahrer.com. Schon zwei Jahre bemüht sich der Amtsschimmel angeblich um eine Lösung. Täglich kostet dieses überflüssige Aktenwälzen, Begutachten, Stellung nehmen, Anhören, Einreichen und Vertagen einer Entscheidung wertvolles Steuergeld. Das wiederum kann man mit Bußgeldeinnahmen zum Teil kompensieren. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann grübeln sie auch heute noch…


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Kommentare

  1. Der geschilderte Vorfall ist natürlich absurd. Grundsätzlich finde ich aber gar nicht so schlecht, nur umweltfreundliche Fahrzeuge in bestimmte Zonen einfahren zu lassen.
    Jetzt werden viele über mich herfallen, aber ich halte die Massenmotorisierung für eine Fehlentwicklung und bin für eine Reduzierung des Fahrzeugbestandes. Autofahren ist kein Menschenrecht ( ich selbst hatte mein ganzes Leben lang kein KFZ [nicht aus finanziellen Gründen] und bin gut damit gefahren ☺).

    1. kein auto hießt :
      direkt in der großststadt neben der bushaltsstelle groß geworden…
      dann kommen sie mal hier aufs land… dann werden ihre beine augen machen vom laufen der hunderte von kilometern zur arbeit….
      es sei denn das war nie ihr ding…
      dann brauch ich auch keines… und setze mich auf die strasse… soll ja mode sein… lach

      1. Völlig richtig, auf dem Land bei schlechten Bahn- und Busanbindungen sieht die Sache anders aus.
        Das erklärt aber nicht, warum auch in Ballungsgebieten die meisten Menschen nicht auf ihr vierrädriges Familienmitglied verzichten wollen…

    2. Ich gebe Ihnen – teilweise – recht.

      Man sollte bedenken: Es gibt UNzählige Autobesitzer, die ihre KARRE wirklich nur innerhalb der eigenen Stadt wenige km bewegen,

      Das ist zwar einerseits die „Freiheit“ eines jeden (scheinbar), liegt aber nicht unbedingt im Gemeinwohlinteresse.

      Andererseits muss man natürlich an die VIELEN denken, die ohne Auto buchstäblich aufgeschmissen wären. Diesen Menschen das Auto madig zu machen, ist ein No Go.

  2. es kommt der tag dann müssen eimerhersteller aus der laufenden produktion täglich einen aussortieren, in die technische prüfanstalt schicken um die wasserdichtigkeit nach zu weisen… das ganze geht einmal pro woche als 6er pack ans landratsamt und hier wird auf den scheißhaus der prüfvorgag zur dichtigkeit mit 4 personen wiederholt…
    dumm dümmer saudumm deutsch…
    hurra wir werden abgeschafft… rettet sich wer kann…

  3. E-Autofahrer haben im Zweifel die grüne, rote, schwarze oder gelbe PEST gewählt. Von daher sollen sie ruhig ein bisschen deren MEDIZIN kosten.
    Vielleicht werden sie dann ja irgendwann gesund ?

  4. Die Diskussion gibt es schon länger: Sind Elektroautos an Bord von Fähren eine Gefahr? Der erste Betreiber zieht jetzt Konsequenzen!
    er verbietet ab sofort Elektroautos, Hybride und Wasserstoff-Fahrzeuge auf ihren Fähren. Die fahren auf der bei Touristen beliebten „Postschiff-Route“ entlang der Küste von Kirkenes nach Bergen.
    Carwow

    Als Begründung gibt die Reederei Medienberichten zufolge an, dass ein Brand an Bord einen besonders aufwendigen Rettungseinsatz nach sich zöge, der von der Schiffsmannschaft nicht zu stemmen sei.
    Auslöser für das Verbot dürfte der Untergang des Autofrachters „Felicity Ace“ Anfang 2022 gewesen sein. Das mit mehreren Tausend Fahrzeugen beladene Schiff sank vor den Azoren, Auslöser dürften in Brand geratene Elektroautos gewesen sein.

    1. Diese Dinger entzünden sich häufig selbst und lassen sich danach kaum mehr – wenn überhaupt – löschen.
      Dieses Problem ist seit langem bekannt und dass die Schiffsbetreiber darauf reagieren, ist mehr als verständlich.

      Man könnte evtl. Luisa Neubauer als LÖSCHKOMMANDANTE direkt daneben setzen, und ihre Busenfreundin GRETA ebenso.

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