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Bitte rette uns, großer Trumpano!

Es gibt Momente, da möchte man sich fremdschämen – und zwar nicht leise. Der jüngste Hilferuf des AfD-Kreisverbands Bautzen an den neuen US-Vizepräsidenten J.D. Vance ist so ein Moment. In einem öffentlichen Brandbrief flehen die deutschen Patrioten – ausgerechnet! – das rechte US-Establishment um Hilfe an: Der Westen falle, Europa sei verloren, und nur der große Donald (pardon: Trumpano) könne uns noch retten.

Man reibt sich die Augen. Der deutsche Konservativismus, der sich einst auf Souveränität und nationale Selbstbestimmung berief, kuschelt sich jetzt winselnd an einen fernen Zampano aus Übersee. Das ist keine Strategie – das ist devoter Obrigkeitsglaube in Sternenbanner-Verpackung.

Wenn selbsternannte Verteidiger des Abendlands sich in transatlantischer Abhängigkeit suhlen, wird aus dem Widerstand rasch ein Witz. Wer „America First“ ruft und dann auf Knien um Beistand bettelt, wirkt nicht rebellisch – sondern jämmerlich.

Trumpano soll’s nun richten. Derweil stellt sich der Retter selbst als Papst dar.

Nein, liebe Bautzener. Wer Freiheit und Selbstbestimmung will, sollte nicht betteln – schon gar nicht bei einem politischen Popstar auf einem anderen Kontinent. Wer sich selbst nicht befreien kann, wird auch vom nächsten Zampano nicht erlöst.

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