Erik Ahrens war nie ein „Kopf der Bewegung“, sondern ein Social-Media-Dienstleister im Hintergrund – er pushte Maximilian Krah auf Tiktok und half bei Reichweitenkampagnen. Doch im Gespräch mit der Weltwoche gibt er sich als fast mythische Figur: mal Architekt der „Remigration“, mal Gründer einer „neuen SS“, mal selbst ernannter „Führer“, der ein eigenes „Mein Kampf“ schreiben will.
Die Realität: Ahrens stolpert von einer Rolle in die nächste. Erst rechte Propaganda im Auftrag, dann plötzlich Regenbogenflagge im Profil und Kokosöl-Tipps für Follower. Mal wirft er anderen vor, von Russland bezahlt zu sein, dann posiert er wieder mit der Ankündigung, er trage ein Messer und werde Neonazis „exposen“. Zwischen Größenwahn, Opferhaltung und moralischer Läuterung wechselt er die Masken wie ein Schauspieler in einer billigen Provinzaufführung. Glaubwürdig ist daran nichts – außer der Tatsache, dass Ahrens vor allem sich selbst inszeniert.
Wer ihm zuhört, erkennt: hier spricht kein gefährlicher Strippenzieher, sondern ein Getriebener, der Schlagzeilen wie Sauerstoff braucht.

