Die AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg fordert nach einer neuen Studie der Radiant Energy Group einen sofortigen Rückbaustopp für die Kernkraftwerke Neckarwestheim II und Philippsburg II. Nach Darstellung der Fraktion kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass eine Wiederinbetriebnahme beider Anlagen technisch und wirtschaftlich möglich wäre, wenn der Rückbau umgehend gestoppt werde.
Der energiepolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Nikolaos Boutakoglou MdL, sieht darin eine Chance, den energiepolitischen Kurs der vergangenen Jahre zu korrigieren. Baden-Württemberg könne mit den beiden Kraftwerken nach seiner Darstellung jährlich mehr als 20 Terawattstunden Strom erzeugen und die Abhängigkeit von Stromimporten deutlich reduzieren.
Boutakoglou verweist außerdem auf die Stromgestehungskosten. Diese lägen laut seiner Bewertung erheblich unter den heutigen Marktpreisen. Die Landesregierung müsse sich deshalb im Bundesrat für einen sofortigen Rückbaustopp einsetzen und die Wiederinbetriebnahme von Neckarwestheim II und Philippsburg II ermöglichen.
In der Pressemitteilung verbindet die AfD-Fraktion die Forderung mit grundsätzlicher Kritik an der Energiepolitik. Statt Milliarden in eine aus ihrer Sicht unzuverlässige Energiepolitik zu lenken, brauche Baden-Württemberg als Industrieland wieder eine sichere, bezahlbare und wettbewerbsfähige Stromversorgung.
Die Forderung richtet sich damit direkt an die Landesregierung in Stuttgart. Ob und unter welchen rechtlichen, technischen und politischen Bedingungen eine Wiederinbetriebnahme tatsächlich umgesetzt werden könnte, bleibt der nächste Streitpunkt. Die AfD stellt die Studie jedenfalls als Beleg dafür dar, dass der Ausstieg nicht als endgültig behandelt werden müsse.
Quelle: Pressemitteilung aus Stuttgart



