Am späten Freitagabend eskalierte ein Polizeieinsatz im baden-württembergischen Wangen (Landkreis Göppingen) derart, dass das Spezialeinsatzkommando (SEK) zur Schusswaffe greifen musste. Ein 20-jähriger Ukrainer hatte zuvor in einem Mehrfamilienhaus randaliert und die alarmierten Polizeibeamten mit einer Schusswaffe bedroht. Laut der offiziellen Mitteilung verschanzte sich der Mann anschließend in seiner Wohnung und zeigte sich wenig später erneut bewaffnet auf dem Balkon, wo er weitere Drohungen ausstieß – wie aus der Pressemitteilung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg hervorgeht.
Die Situation spitzte sich weiter zu, als auch die hinzugezogenen Kräfte des Spezialeinsatzkommandos vom Tatverdächtigen mit der Schusswaffe bedroht wurden. In der Folge kam es im Rahmen eines sogenannten Notzugriffs zur Abgabe mehrerer Schüsse durch das SEK. Der Mann wurde dabei verletzt, befindet sich nach Angaben der Behörden jedoch nicht in Lebensgefahr und wird derzeit im Krankenhaus behandelt.
Die weiteren Ermittlungen liegen nun unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ulm beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Im Fokus steht die detaillierte Rekonstruktion des Geschehens. Weitere Informationen will man derzeit nicht herausgeben – mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen.
Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl schwerer Polizeieinsätze, bei denen bewaffnete Tatverdächtige in Wohngebieten für massive Gefährdungslagen sorgen. Dass ein SEK-Einsatz mit Schusswaffengebrauch endet, zeigt, wie ernst die Lage vor Ort offenbar war.


