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Aufenthalt gegen Bares? Korruptionsskandal in Bielefelder Ausländerbehörde weitet sich aus

In der Bielefelder Ausländerbehörde weitet sich der Korruptionsverdacht massiv aus. Nach Recherchen des WDR wird inzwischen nicht mehr nur in 15, sondern in insgesamt 26 Verdachtsfällen ermittelt, wie der Sender berichtet. Laut WDR bestätigte Oberstaatsanwalt Carsten Nowak, dass elf weitere Fälle hinzugekommen sind – ein Paukenschlag für die ohnehin angeschlagene Behörde.

Im Zentrum der Ermittlungen steht mindestens ein städtischer Mitarbeiter, der Geld angenommen und im Gegenzug sogenannte Niederlassungserlaubnisse erteilt haben soll. Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten: Diese Genehmigungen bedeuten einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland inklusive Arbeitserlaubnis – also um nichts Geringeres als ein dauerhaftes Bleiberecht.

Insgesamt vier Beschuldigte führt die Staatsanwaltschaft: zwei Mitarbeitende der Stadt, ein Dolmetscher und eine Person, die eine solche Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben soll. Nur eine Person hat sich bislang geäußert – und bestreitet die Vorwürfe. Ob es koordinierte Absprachen gab oder ob jeder auf eigene Rechnung handelte, ist derzeit noch offen. Die Ermittler sprechen von einer Hauptperson, die Geld kassiert und Genehmigungen durchgewunken haben soll.

Brisant ist auch die Rolle des Dolmetschers. Er soll gegen Bezahlung schnellere Termine vermittelt haben. Sein Anwalt weist das zurück und erklärt, sein Mandant habe mit dem Ausländeramt nichts zu tun. Eine Hausdurchsuchung bei ihm hat es allerdings bereits gegeben.

Besonders pikant: Die Stadt Bielefeld selbst brachte den Stein ins Rollen. Vor rund einem Jahr schöpfte man intern Verdacht, ermittelte und erstattete Anzeige. Auch die elf neuen Verdachtsfälle sollen aus städtischen Prüfungen stammen. Die beiden beschuldigten Mitarbeitenden sind derzeit vom Dienst suspendiert.

Der Fall wirft ein grelles Licht auf eine Behörde, die über Aufenthalt und Zukunft von Menschen entscheidet. Wenn sich der Verdacht bestätigt, wurde hier offenbar mit dem Aufenthaltsrecht gehandelt wie auf einem Basar – gegen Bargeld zum deutschen Daueraufenthalt.

Kommentare

5 Kommentare zu „Aufenthalt gegen Bares? Korruptionsskandal in Bielefelder Ausländerbehörde weitet sich aus“

  1. Avatar von fisial
    fisial

    Nix neues- den Beamten wird nichts passieren — alles mit der Justiz schon geregelt

    1. Avatar von Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈
      Dr.Faustus hat beschlossen und verkündet 👈

      Bestimmt vor dem Amtsgericht,mit Richters Gnaden 🔪🔪🔪🔨

  2. Avatar von Mikey 2.0
    Mikey 2.0

    Sowas geisterte vor Jahren schon als „Verschwoerungstheorie“ durch’s Netz, dass also augenscheinlich einige mit der Papiervergabe Kasse machen…
    Es wird so nicht passieren, aber man stelle sich mal vor, obigen Fall wuerden andere Staedte zum Anlass nehmen mal Nachforschungen zu starten – was dabei wohl heraus kaeme, so man ernsthaft nachschaute – man weiss es nicht, hab ich wirklich keinen blassen Schimmer, da fragt man mich echt zu viel, es entzieht sich vollstaendig meiner Vorstellungskraft… 🙂

    1. Avatar von Mikey 2.0
      Mikey 2.0

      Na kukk…
      „Nürnberger Kripo ermittelt in großangelegtem Betrug um Deutsch- und Einbürgerungsverfahren“
      https://www.unser-mitteleuropa.com/190032
      (statt „Verfahren“ sollte es wohl „Tests“ heissen, denn was ist ein Deutschverfahren oder Deutschbuergerungsverfahren, na egal… g)

  3. Avatar von Steve Heller
    Steve Heller

    Was sicher den meisten bekannt sein wird:
    Wo ist der Beweis für die Existenz der Stadt Bielefeld?
    Wo keine Stadt da kein Korruptionsskandal…..

    Satire? Na ja, Humor ist ja wenn man (m,w,d) trotzdem lacht. Was bleibt einem auch übrig, bei unserer (Welt-) Politik…..