Heidelberg: Erste Ermittlungsergebnisse der Ermittlungsgruppe „Botanik“  

Die Recherchen der gestern eingerichteten 32-köpfigen Ermittlungsgruppe „Botanik“ der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg erbrachten bereits wichtige erste Ergebnisse, die zur Aufklärung des Tötungsdelikts und der anschließenden Selbsttötung des mutmaßlichen Täters am vergangenen Montag in einem Hörsaal der Universität Heidelberg beitragen.

Wie die Ermittlerinnen und Ermittler herausfanden, erwarb der 18-Jährige ca. eine Woche vor der Tat in Österreich insgesamt drei Langwaffen. Zwei dieser Waffen wurden neben rund 150 Schuss Munition am Tatort sichergestellt. Die dritte Waffe, eine Büchse, wurde von der österreichischen Polizei in einem Zimmer, das der 18-Jährige bei seinem Aufenthalt in Österreich angemietet hatte, gefunden. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen soll er die beiden bei der Tat in Heidelberg verwendeten Waffen bei einem Waffenhändler und die dritte bei einer Privatperson jeweils in Österreich erworben haben. Inwieweit der Waffenhändler und/oder seine Mitarbeiter sich wegen des Waffenverkaufs strafrechtlich zu verantworten haben, ist Gegenstand einer laufenden Prüfung. Diese gestaltet sich allerdings auf Grund der unterschiedlichen Rechtslage in der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland als schwierig.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen in Mannheim wurden mehrere Mobiltelefone, Laptops und ein Tablet sichergestellt. Diese werden derzeit durch Spezialisten der Ermittlungsgruppe „Botanik“ ausgewertet. Erste Erkenntnisse aus dieser Auswertung ergaben keine Hinweise auf eine persönliche Beziehung zwischen dem mutmaßlichen Täter und den Opfern.

Die Ermittler gehen Hinweisen nach, wonach der Tatverdächtige in der Vergangenheit Mitglied der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ gewesen und im Jahr 2019, also noch als Minderjähriger, aus dieser ausgetreten sein soll. Die bereits durchgeführten Auswertungen der digitalen Medien des mutmaßlichen Täters sowie Zeugenaussagen aus seinem persönlichen Umfeld ergaben bislang allerdings keine Erkenntnisse zu einer Radikalisierung oder zu Kontakten des mutmaßlichen Täters ins rechte Spektrum. Nicht auszuschließen ist, dass eine im Raum stehende psychische Erkrankung des Verdächtigen ursächlich für die Tat gewesen sein könnte. Belastbare Feststellungen zum Tatmotiv sind jedoch den weiteren Ermittlungen vorbehalten.

Wie der Täter zum Tatort kam, erscheint geklärt. Nach den vorliegenden Informationen soll er mit einem Taxi von Mannheim ins Neuenheimer Feld gefahren sein. Die beiden Waffen soll er in einer Sporttasche verstaut und im Kofferraum des Taxis abgelegt haben.

Wie vermehrt festgestellt werden musste, kursieren in verschiedenen sozialen Medien falsche Nachrichten rund um die Tat und die möglichen Tatabläufe. Viele dieser Nachrichten sind nicht nur als Gerüchte einzustufen, sondern als gezielt lancierte falsche Nachrichten („Fake-News“), um zu verunsichern und die Ermittlungen zu erschweren. Die betreffenden Nachrichten werden ausgewertet, gesichert und auf ihre strafrechtliche Relevanz geprüft. Gegebenenfalls werden entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

Im vorliegenden Fall dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und der Ermittlungsgruppe „Botanik“ der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg“ weiter an.

2 Kommentare

  1. Erkenntnisse zu Kontakten ins „rechte Spektrum“ gibt es nicht. Aber HAUPTSACHE, wir haben mal darüber gesprochen, nicht wahr ?!

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