Russischer Einmarsch in die Ukraine: Das kann man auch anders sehen

Wer sich über den russischen Einmarsch in die Ukraine wundert, dem fehlen vielleicht ein paar historische Kenntnisse. Politik ist nichts, was naive Laiinnen im Außenamt  als „feministisch“ und „weltinnenpolitisch“ betreiben könnten, sondern die Wahrnehmung von Staatsinteressen. Die USA machen es – unter deutschem Staatsfunker- und Kartellmedienjubel – seit Jahrzehnten vor: Sie nehmen sich – ihrem Wirtschaftsinteresse folgend – ein Land nach dem anderen vor und wenden im Zweifelsfall Gewalt und Bombardierung an. Zu besichtigen an der Millionen-Tote-Blutspur, die sie von Korea über Vietnam und Nordafrika bis nach Irak und Syrien gezogen haben. 

Die USA und ihre berüchtigte Nato haben in den letzten 20 Jahren ein Hunderte Milliarden schweres Waffen- und Militärarsenal entlang der russischen West-/Südwestgrenzen aufgestellt, Truppen dorthin verlegt und ständige Luft-, See- und Landmanöver veranstaltet. Die Russen hatten sich aus Deutschland und Osteuropa zurückgezogen und blickten als Ergebnis  auf einen nie dagewesenen US-Nato-Raketenzaun, der sämtliche wichtigen Städte  ihres Landes bedroht. Nach dem denkbar albernen US-Nato-Sprech sollte das alles nichts Auffälliges zu bedeuten haben. Niemand brauche sich Sorgen zu machen, wenn er auf Knopfdruck in 10 Minuten ausgelöscht sein könnte. Es handele sich bei der US-Nato um eine reine Friedensmacht, so vorneweg der sonderbare Herr Stoltenberg.

Niemand kann von den Russen verlangen, dass sie dem US-Nato-Unsinn Glauben schenken

Dass die Russen auf derlei Tricks nicht hereinfallen würden, war klar. Zu deutlich war die Militärkonzentration, deren Sprache sie verstanden hatten. Da mit der angebahnten Einvernahme der Ukraine in die Nato sich die Zange um Russlands Südwesten nicht nur schließen, sondern auch die seit Hunderten Jahren – mit kurzer Unterbrechung  – russische Krim wieder herausgerissen werden würde,  war für Moskau klar, dass der nassforsche Natozug hier gestoppt musste , was nunmehr geschehen ist. Die Russen haben immer wieder Sicherheitsgarantien verlangt und sind abgewiesen worden nach dem Motto, jedes Land kann der Nato beitreten – das macht alles gar nichts. Die Russen sind von der Nato-Walze in die Enge getrieben worden, was eine halbwegs intellektuelle westliche Politik nicht hätte tun dürfen. 

Für die Russen bleibt als Ergebnis westlicher Einkreisung nur noch die Flucht nach vorne


Dass Russland jetzt aufs Ganze geht und die Flucht nach vorne antritt, kann niemanden verwundern, der geschichtliche Entwicklungen überschaut. So war das Verhalten bewaffneter Staaten  immer schon und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Die Lösung kann nur sein: Blockfreiheit und Neutralität der Ukraine (Finnlandmodell) und Sicherheitsgarantien für Russland entlang seiner Grenzen. Erst dann kann mit einem Rückzug der Russen aus der Ukraine und mit dem Frieden der 1990-er Jahre in Europa wieder gerechnet werden. 


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6 Kommentare

  1. Genau so vertrete ich es , mir der Geschichte über die berühmten 12 Jahre hinaus bewusst schon seit Jahren . Es zeichnete sich ja ab seit 2014. Die Heuchler sollten Worte wie Menschenrechte, Völkerrecht und schon gar nicht Demokratie im Munde führen .
    Jedenfalls weiß Tschentscher in Hamburg schon das es aufgrund des Krieges Ausfälle an wichtiger Infrastruktur geben könne . Nun haben sie ihren Sündenbock ., dem sie ihre Politik als Schuld umbinden und ihn in die Wüste jagen .Mir ist speiübel :-((

  2. Ich freue mich, dass ich mal eine andere Sichtweise lesen kann. Man muss die Situation auch aus russischer Sicht betrachten – was aber bei uns nie der Fall ist.

  3. Diese Ansicht vertrete und schreibe ich schon lange. Bis Dahin bin ich absolut Ihrer Meinung. Nur, auf diese brutale Art und Weise jätte Putin nicht (über)reagieren sollen. Mit solcher Waffengewalt gewinnt man auf Dauer nichts ausser Blut und Tränen. Der gegenseitige Hass gebiert nichts Gutes. Auch China sieht mit Wohlwollen die lasche Reaktion des Westens., da fürchte ich mich um Taiwan. Böses gebiert Böses. Die Götter stehen uns bei unsere menschlichen Blödheit kaum bei.

  4. Diese Ansicht vertrete und schreibe ich schon lange. Bis Dahin bin ich absolut Ihrer Meinung. Nur, auf diese brutale Art und Weise hätte Putin nicht (über)reagieren sollen. Mit solcher Waffengewalt gewinnt man auf Dauer nichts ausser Blut und Tränen. Der gegenseitige Hass gebiert nichts Gutes. Auch China sieht mit Wohlwollen die lasche Reaktion des Westens, da fürchte ich mich um Taiwan. Böses gebiert Böses. Die Götter stehen uns bei unserer menschlichen Blödheit kaum bei.

  5. @Bodenmann Rene
    „Auch China sieht mit Wohlwollen die lasche Reaktion des Westens, da fürchte ich mich um Taiwan.“

    Was wäre ihre Meinung nach denn die richtige Reaktion….
    -Mit der Nato jetzt in die Ukraine einfallen und Russische Soldaten dort bekämpfen
    -Dabei das Land in Schutt und Asche legen (nicht das die NATO dazu nicht gerne bereit wäre)
    -Hunderttausende Ziviler Opfer?
    -Oder greift die NATO doch lieber gleich Russland an, full scale war der beiden grössten Kriegsmaschienen des Planeten?
    -Oder doch gleich den senilen Joe dazu bringen den Atomkoffer zu öffnen und zu schärfen, FALLS der überhaupt noch die Kontrolle hat?

    Ukrainische Ministerien bestätigen das die Russische Armee ausschliesslich Militärische Ziele angreift und bei allem eher zurückhaltend ist.
    Das Ukrainische Militär ergibt sich grossteils Kampflos, die wissen schon warum. Nur fanatische Faschisten und Nationalisten leisten Wiederstand… Idioten gibt es immer und überall.
    (Das sind auch jene welche ethnische Russen im Donbas als möchtegern Scharfschützen ermorden, aus Spass am morden und Hass auf Russen)

    Russland sagt das die Zivile Bevölkerung sich nicht sorgen muss und das ist bislang richtig und bestätigt.
    Sagt das keine Annektion Ukrainischer Gebiete passieren wird….
    Nun ja, schauen wir mal. Generell macht die Zwangsaufnahme der Ukraine keinen Sinn.
    Das wichtigste: Im Gegensatz zu der NATO/USA kann man Russischen Versprechen glauben. Denn Die werden von einem Staatsmann gegeben der bislang noch nie sein Wort gebrochen hat und immer für sein Volk gearbeitet hat.
    Versprechen des Westens werden von geldgieriegen Schweinen gegeben denen das Wohl ihres Staates am Arsch vorbei geht.

    Selensky selbst ist in den letzten 2 Wochen sehr viel ruhiger und überlegter geworden, er hat jetzt wohl gemerkt das er sich mit der Ukraine als Marionette und Spielball westlicher Interessen missbrauchen liess, und will Verhandelungen.
    Putin hat zugesagt.

    Und zum Abschluss…. Was hat das mit Taiwan zu tun?
    Die Lage dort ist vollkommen anders,
    Taiwan ist wie die Ukraine nicht-NATO, aber es ist ein offizieller Verbündeter mit gegenseitigem Beistandspakt.
    Ein Krieg gegen Taiwan bedeutet also automatisch Krieg mit den USA.

    Man hat die offizielle Unabhängigkeit Taiwans von China anerkannt und Taiwan als eigenständige Republik aufgenommen.
    Und einen Beistandspakt geschlossen.
    Damit China, welches Taiwan nicht offiziell anerkennt, Taiwan nicht überfallen kann denn das bedeutet automatisch einen Krieg gegen die USA.
    Da hat USA das gemacht was Russland jetzt mit Lugansk/Donesk macht, mit dem Unterschied das Russland dem Donbas lediglich militärische und wirtschaftliche Hilfe gewährt, ein Angriff der NATO auf den Donbas würde nur dann Krieg bedeuten wenn dabei Russische Soldaten getötet werden und selbst dann nicht zwangsläufig, es sind eben keine Verbündeten.

    Wenn Taiwan nicht diese besondere Lage hätte und den USA als Stützpunkt vor der Chinesischen Tür dienen würde sondern geographisch an vollkommen uninteressanter Position…
    Glauben Sie tatsächlich das es dann von den USA ein Bündnissangebot bekommen hätte?
    Vermutlich würden die wenigsten jemals den Namen „Taiwan“ gehört haben.

    Sie müssen noch sehr sehr viel lernen über Politik, Taktik, Strategie, Militärkodex, politischer Kodex und vor allem Geopolitische Interessen…
    Wie übrigends die allermeisten hier, ihr lest unabhängige Quellen aber das Denken folgt immer noch dem westlichen Mainstream.

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