Es gibt keine „alternativen“ Medien

Gestern stieß ich über unseren Schlagzeilenticker auf folgenden Artikel bei Transition News: „Alternative Medien stabilisieren bloss das bestehende System“. Der darin geäußerten Kritik kann ich in Teilen zustimmen, jedoch ist die Sache nicht so einfach. Wenn es „alternative“ Medien gibt, dann muss es auch nicht-alternative, also „richtige“ Medien geben, originäre. Wir teilen ein in „offizielle“ und „inoffizielle“ Medien, gute, schlechte, rechte, linke undsoweiter.

Wenn über irgendetwas sogar der Mainstream berichten „muss“, weil er es nicht mehr „verschweigen“ kann, dann klopfen sich „alternative Autoren“ gegenseitig auf die Schultern“, genau wie die da oben. Ja, ich weiß, so verhalten sich manche und machen sich dabei kleiner, als sie es vielleicht müssten und natürlich gilt jeder Schmähartikel, jede noch so kleine mit Bösartigkeiten gespickte Erwähnung auf der anderen Seite des Meinungsspektrums als eine Art Ritterschlag, als Selbstbestätigung. „Ich werde bekämpft, also bin ich…“ Insofern werden die „Leitmedien“ dann doch wieder bestätigt und das „System“ stabilisiert, yo. Das „System“ benötigt aber diese Art Stabilisierung nicht, denn es wird gerade mit voller Absicht an die Wand gefahren. Dieser Prozess läuft in Wahrheit schon seit Jahrzehnten und hat nur aktuell mehr Fahrt aufgenommen.

„Die“ Medien aber sind nicht tagesschau oder irgendein Youtubekanal. Medien sind das Fernsehen, die Zeitungen, das Internet, das Kino, das Radio, Tonträger, DVDs und so weiter. Sie dienen der Verbreitung von Informationen. Eine Alternative zur Einweginformation aus dem Fernseher stellt demnach das Internet dar, „in“ dem wir selbständig auf die Suche nach Informationen und selbst zum Kanal werden können. Die sogenannten „Alternativen“ bewegen sich bis auf wenige Ausnahmen fast alle „im“ Internet, weil sie nicht genügend Kapital aufbringen können, um die hohen Hürden zu überwinden, die der Staat aufgebaut hat, um Fernseh- und Radiofrequenzen zu nutzen. Das tote Pferd der Printmedien lässt sich ebenfalls schwerlich reiten, wenn die staatliche Medienförderung an einem vorbei dirigiert wird. Man stelle sich also die Frage, wer die Hoheit über welche Medien hat.

Wer bestimmt, was wer wie wo schreiben und lesen darf? Das letzte Wort hat immer der Staat, in dem man lebt, dem man vielleicht sogar angehört und deshalb in besonderem Maße seinen Gesetzen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und unterworfen ist. Und dieser Staat ist nicht mehr derselbe wie vor dreißig, vierzig Jahren, er ist größer, aufgeblasener, korrupter, bananenrepublikanischer, versailliger geworden. Bis er platzt.

Zum Schluss seines Artikels stellt der Autor drei Forderungen. Eine solche Lösungsorientiertheit fehlt nicht nur bei den vermeintlich „alternativen“ Medien. Selbstkritik, Qualitätssicherung, Leitlinien – alles gut. Mehr Transparenz? Nein, ganz sicher nicht mehr, als unbedingt erforderlich ist. Alles andere wäre sträflich naiv, ganz besonders, wenn man die Systemfrage stellen will.

„Wir“ hier sind aber kein Alternativmedium. Wir sind Originale, jeder einzelne, ob Leser oder Autor. Und wir sind „hier“ auch nicht „im“ Internet, sondern bedienen uns dieses Mediums, das für viele zur Falle geworden ist. Unser Standort aber ist das richtige Leben, nicht die Matrix. Wir sehen uns dort.

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