Das kostet die Ganztagsindoktrination wirklich

Kurz vor den Wahlen haben sich "Bund" und "Länder" dazu durchgerungen, die umstrittene "Ganztagsbetreuung" an Grundschulen gesetzlich zu verankern. Wer bezahlt das und vor allem womit?

Der finanzielle Aufwand ist schnell zusammengerechnet. 5,3 Milliarden Euro jährlich hatte die "Bertelsmann-Stiftung" 2019 verlautbart. Jetzt kommt der "Rechtsanspruch" erst ein Jahr später und der Bund schießt jährlich 1,3 statt 0,8 Milliarden Euro dazu. Macht also 6,6 Milliarden Euro pro Jahr. Und dem Geschrei der Kommunen und Lehrergewerkschaften nach zu urteilen ist damit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Diese Taktik ist man ja vom Flughafen "BER", Stuttgart 21 oder der Elbphilharmonie gewöhnt. Doch es geht um mehr, als nur das Geld der Steuerzahler.

Was als Rechtsanspruch zum Wohle der Familien verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Zugriff des Staates auf den Hoheitsbereich der Familien, die Erziehung der Kinder. Der Druck zum Doppelverdienen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, da bleibt kaum Zeit, sich um die Kleinen zu kümmern, unsere wichtigste Investition in die Zukunft. Ausgerechnet Vater Staat, der diese Misere zu verantworten hat, durch drastische Erhöhungen von Steuern und Sozialabgaben, Misswirtschaft und Rentenbetrug, spielt sich hier als Wohltäter auf. Und zu guter Letzt müssen für das hehre Ziel weitere Abgaben erhöht werden. Bis alle den ganzen Tag in sinnlosen Jobs schuften, die nur ein Einkommen knapp oberhalb der Hartz 4 Grenze bringen und die Kinder nur noch zum Schlafen nach Hause kommen. In der Schule wird den Kindern den ganzen Tag in den Kopf gehämmert, dass diese Entfremdung das Normalste von der Welt sei. Sie ist es aber nicht. 

Und mit diesem zwiespältigen Gefühl im Innern wächst die neue Generation heran. Die Folge sind "Anpassungsstörungen" oder "ADHS" und weitere erfundene Krankheiten, deren Wurzel kein "Therapeut" angehen wird, weil er sich dann überflüssig und arbeitslos macht. Emotionale Kälte, fehlende Aufmerksamkeit und mangelnde Liebe reißen ein Loch in Kinderseelen, das kaum zu reparieren ist. Jedenfalls nicht mit den Methoden der Schulmedizin, mit Psychopharmaka und kunterbunten Gesprächsgruppen. Professionelle Zuwendung, und wenn sie noch so gut umgesetzt wird, ist eben nur professionelle Zuwendung, sie kann keine Liebe ersetzen. Und dort wo "Vater Staat" die Organisation "professioneller Dienstleistungen", wie Bildung und Erziehung übernimmt, ist noch nie etwas Gutes herausgekommen. Mal ging es um Kanonenfutter für die Front, heute um Fußvolk für die NGOs oder ganz banal, ein Dasein als Konsument, der sich nach Belieben steuern lässt. Wollen wir eine solche Zukunft für unsere Kinder, wollen wir ihnen nicht mitgeben, was uns wichtig ist, statt die wichtigste Zeit in ihrem Leben schlecht bezahlten Erziehern und genervten Lehrern zu überlassen? 

Am Ende, wenn wir über die Schwelle gehen und unseren Lebensfilm betrachten, zählen nicht die Schulnoten unserer Kinder, auch nicht unsere eigenen, nicht die stets rechtzeitig abgegebene Steuererklärung oder niemals ein Kreuz auf dem Wahlzettel für die falsche Partei gemacht zu haben. Wer denkt noch in Liebe an uns, wenn wir diese Welt verlassen, wenn wir selbst für die eigenen Kinder nur Fremde sind? Das ist der Preis, den wir und unsere Kinder zahlen: Unsere Seele!