
In Argentinien wissen die Menschen aus langjähriger Erfahrung, was Inflation bedeutet und wie man damit umgeht. Man zahlt in Dollar, wo immer es möglich ist, denn auf den Peso ist einfach kein Verlass. Aktuell soll die Inflation weit über 100 Prozent liegen, ganz genau weiß man es einfach nicht. Wie der bitcoinblog berichtet, könnte das Land dieses Mal den Peso endgültig abschaffen und auf Dollar, ähnlich wie El Salvador in der Vergangenheit, umsatteln. Oder auf Yuan. Oder Bitcoin.
Die beiden letzten Varianten wären in der Tat eine Revolution. Der Umstieg auf Yuan ginge noch weiter, als den Spuren El Salvadors zu folgen, das sich wieder vom Dollar befreit und Bitcoin als Währung anerkannt hat. Was wäre wohl geschehen, wenn sich der Kryptofan und Staatspräsident Nayib Bukele mit den Chinesen eingelassen hätte? Könnten die USA das ohne Gesichtsverlust tolerieren? Im Fall von Argentinien sicher nicht. Auch der IWF hat hier mehr als nur ein Wörtchen mitzureden, die Menschen helfen sich derweil selbst. Und um diese Lösungen geht es mir primär als mögliches Vorbild für Deutschland.
Hier noch dazu ein kurzes Zitat aus demselben Artikel vom bitcoinblog:
In Argentinien werden Stablecoins massenweise gekauft, um sich vor der Inflation zu schützen. Die Provinz Mendoza hat 2022 den Bürgern erlaubt, Steuern in DAI und USDT zu bezahlen, während die Provinz San Luis ankündigte, einen eigenen, in Dollar nominierten Stablecoin herauszugeben. Die Regierung selbst möchte den Peso nicht mehr haben und könnte in Zukunft sogar den ersten Stablecoin-Standard der Welt einführen.
Stablecoins sind Kryptowährungen, die an eine Währung gekoppelt sind, so zum Beispiel der USD-Coin, wie der Name schon sagt, an den Dollar. Hier kann man seine Werte zumindest kurzfristig besser sichern und im Blick behalten. Im Bedarfsfall ist man ebenfalls schneller wieder flüssig, als wenn man sein Vermögen in Gold und anderen Edelmetallen angelegt hat. Je turbulenter eine Krise, desto gefährlicher kann der physische Besitz sein. Aber ganz so pessimistisch muss man nicht spekulieren. Gold taugt eher zur Wertaufbewahrung für die Zeit nach einer Krise, nicht als Krisenwährung. Lange Zeit galt auch Betongold in Deutschland als relativ sicher, doch dann kamen die Grünen und die EU mit ihren Plänen zu Zwangssanierungen und machten die Anlage in Immobilien weniger lukrativ. Ein einziges Mehrfamilienhaus als Alterssicherung kann sogar den Ruin für manchen bedeuten, der als Selbstständiger auf die gesetzliche Rente verzichtet hat und nun der Quasi-Enteignung mit Grauen entgegensieht. Unterm Strich ist bei den aktuellen politischen Verhältnissen gerade bei konservativen Formen der Vermögenssicherung höchste Vorsicht angeraten. Denn genau um diese Vermögen, den Mittelstand und die Erbengeneration, geht es dem korrupten Staat. Sie will man sich günstig unter den Nagel reißen.
In turbulenten Zeiten, und diese könnten in Deutschland bald denen in Argentinien in nichts mehr nachstehen, gehen die Menschen fast instinktiv den Weg des geringsten Widerstands und finden treffsicher die Lücken im System, um zu überleben. Bei einer Inflation von mehr als 100 Prozent muss jeder Peso so schnell wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen wird, in eine beständigere Währung umgetauscht werden. Ein an den Dollar gekoppelter Coin, den man in einer Smartphone-App, auch Wallet genannt für Geldbörse, aufbewahren und jederzeit einsetzen kann, taugt jedenfalls solange, wie der Dollar Bestand hat. Wenn das ganze Finanzsystem crasht, ist es auch mit den Kryptos erst mal vorbei, daher wird sicher niemand, der noch über größere Summen verfügt, sein gesamtes Vermögen digitalisieren. Anders als in vielen lateinamerikanischen Ländern, haben Kryptowährungen im Alltag überhaupt keine Bedeutung. Es gibt kaum Automaten zum Ein- und Umtausch, noch Zahlmöglichkeiten bei Händlern. Wir halten uns noch für den Nabel der Welt, dabei sind wir in vielen Bereichen längst abgehängt. Kommt es zu weiteren Verwerfungen, müssen Deutsche, aber wohl auch etliche andere EU-Europäer, Demut erst wieder lernen. Im Falle des Falles – und der wird kommen – sind wir ausgeliefert, wenn wir nicht nach alternativen Wegen Ausschau halten und denen auf die Finger schauen, die mehr Erfahrung darin haben als wir. Stablecoins und vor allem gänzlich anonyme Kryptos wie Monero, sind ganz bestimmt eine gute Alternative oder Ergänzung zum „digitalen Euro“, der den Nutzer zum gläsernen Bürger macht. Wir sollten keine Zeit vertrödeln, sondern uns mit den Auswegen beschäftigen, die die neue Technologie eben auch bietet, packen wir’s an!

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6 Kommentare zu „Hyperinflation: Überleben mit Stablecoins statt Gold?“