Blockchain transformiert die Gaming-Industrie

Kryptowährungen wie Bitcoin waren einst große Hoffnungsträger in der Tech-Szene. Sie sollten als Zahlungsmittel im Handumdrehen die Welt erobern. Stattdessen breiten sie sich im Schneckentempo aus, teilweise ist ihre Verbreitung sogar rückläufig. Zu einem echten Renner hat sich hingegen die Technologie entwickelt, die hinter dem digitalen Geld steckt. Die Blockchain hält in immer mehr Bereichen der Wirtschaft Einzug. Unter anderem ist sie gerade drauf und dran, den Gaming-Sektor von Grund auf zu verändern. Die folgenden Anwendungsbeispiele sind schon heute Realität. 

Mikrotransaktionen 

Mikrotransaktionen sind heutzutage das Lebensblut der Videospielindustrie. Sie ermöglichen es den Entwicklern, wieder und wieder Geld von ihren Kunden zu kassieren. Das macht die Branche profitabler als je zuvor. Allerdings gibt es dabei noch ein Problem. Bislang sind die Spielentwickler nämlich von Dritten abhängig, die ihre Zahlungen abwickeln. Besonders die Appstore-Betreiber Apple und Google langen dabei kräftig zu: Bis zu 30 % stecken sie bei jeder Transaktion in die eigene Tasche. Das schmälert die Gewinne der Gaming-Industrie erheblich. Kryptowährungen und die Blockchain werden für immer mehr Unternehmen zum Ausweg. Sie erleichtern die Durchführung von Mikrotransaktionen und sorgen dafür, dass mehr Geld bei den Entwicklern verbleibt. 

Krypto Casinos 

Das erste Bitcoin Casino ging 2014 an den Start. Dieses Gebiet ist wohl eines der wenigen, bei dem die Öffentlichkeit ein großes Interesse an der Einführung von Kryptogeld anstatt herkömmlicher Währungen gezeigt hat. Acht Jahre später betritt praktisch jede Woche ein neues Krypto Casino den Markt. Es gibt mehrere Gründe, warum Gamer ausgerechnet beim Glücksspiel gerne auf das digitale Geld zurückgreifen. An erster Stelle steht wohl die Anonymität, denn viele Nutzer wollen ihre Identität nicht jedem preisgeben, wenn sie online spielen. Aber auch die schnelle Abwicklung von Transaktionen sowie die Möglichkeit, nach einem Gewinn Guthaben direkt zu empfangen, machen blockchainbasierte Zahlungsmethoden attraktiv. 

Play to earn 

Mikrotransaktionen sind auch unter dem Stichwort „Pay to play“ bekannt. Seit kurzem gibt es einen aufregenden Trend, der dieses Prinzip umkehrt: bei „Play to earn“ erhält der Spieler für seine Mühe Geld. Natürlich wird ihm das nicht direkt vom Entwickler geschenkt. Vielmehr erspielen sich die Nutzer bei Games wie „Axie Infinity“ besondere Figuren oder Items, die als sogenannte Non-Fungible Tokens (NFTs) auf der Blockchain gespeichert werden. Diese können sie anschließend gewinnbringend verkaufen. Es gibt heute schon professionelle Spieler, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen. Eines Tages könnte „Play to earn“ ein ganz normaler Job wie jeder andere sein. Bis dahin ist es aber noch ein weiter weg. 

Das Metaverse 

Was früher Second Life war, ist heute das Metaverse. Internet-Giganten wie Facebook, Google und Microsoft arbeiten fieberhaft daran, diese bizarre Vision von einer digitalen Welt in die Tat umzusetzen. Die Nutzer dieser virtuellen Realität sollen dort virtuelles Geld verdienen, mit dem sie virtuelle Grundstücke und andere „Gegenstände“ kaufen können . Was sich zu Beginn des Online-Zeitalters schon einmal als überhypte Blase erwiesen hat, soll jetzt wieder aufgewärmt werden. Diesmal ist natürlich zeitgemäß die Blockchain-Technologie das Herz des Konzeptes. Sie soll es den Nutzern ermöglichen, Unsummen für eine Ansammlung aus Bits und Bytes zu bezahlen und anschließend ihren „Besitzanspruch“ geltend zu machen. Der Fortschritt ist eben nicht aufzuhalten. 


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