Schon der dritte Advent und in diesen dunklen Zeiten rüsten sich alle Seiten zum Krieg. Und wann immer in der Geschichte die Waffenschmieden Hochkonjunktur hatten, dauerte es nicht mehr allzu lange bis zum ersten Schuss. Nur selten hat es mal eine ganze Generation geschafft, diese Welt zu Friedenszeiten zu betreten und wieder zu verlassen. Meine Eltern sind beispielsweise knapp daran vorbei geschlittert. Mitten im Krieg geboren reichen ihre bewussten Kindheitserinnerungen vor allem in die karge Zeit des Wiederaufbaus zurück. Die Großeltern mütterlicherseits haben gleich zwei Weltkriege überstanden, als junges Mädchen jubelte meine Großmutter noch dem Kaiser zu, sah die Weltmacht zersplittern, heiratete als Bauernmädchen meinen Großvater, einen Heizer bei der Reichsbahn, der für den ersten Krieg zu jung und für den zweiten zu alt war und deshalb einen Sohn opfern musste.
Mit Kriegen einher gingen Währungsreformen und Systemwechsel. Deutschland hat mehr Staatspleiten hingelegt als Weltmeistertitel im Fußball errungen. Die Stabilität, die die Nachkriegsgeneration erleben durfte, hat nun ein Ende. Der sogenannte Mauerfall und der anschließende Zusammenbruch des Ostblocks ging nicht überall so „friedlich“ wie in der „DDR“ vonstatten. Man denke nur an Rumänien und Jugoslawien. Jetzt zerbricht nicht der „böse“ Warschauer Pakt, sondern die EU zeigt sich immer spröder, wie jedes System, das an sein Ende kommt. Und Deutschland, das Wirtschaftswunderland mit seiner weltweit bewunderten Autoindustrie löst sich auf und schafft Platz für Neues. Volkswagen, Porsche, Mercedes und BMW, das waren die Wirtschaftsmotoren und großen Arbeitgeber der alten BRD, der Bonner Republik, seit der „Wiedervereinigung“ läuft die Deindustrialisierung auf Hochtouren, erst im „Osten“, eigentlich Mitteldeutschland, und nun im Westen.
Der nächste Systemwechsel steht an. Und wo bleibt da die frohe Botschaft? Woraus schöpfen wir Hoffnung für die Zukunft und die nachfolgenden Generationen? Was wollen wir weiter geben? Retro-Rührseligkeit und Bedauern, dass früher alles besser war? Woran glauben wir? Diese Fragen sind entscheidend, was hinter uns liegt nur Nebel der Illusion, die Welt jedoch liegt uns immer zu Füßen solange wir auf ihr wandeln. Om und einen frohen Advent, liebe Leser!


Kommentare
Eine Antwort zu „Systemwechsel: Die frohe Botschaft“
Frater Nero II. verkündet das Wort zum Dritten Adveniat Regnum Tuum der Geweihten Umnachtung Anno Domini MMXXV: „Hinein in den FRIEDENSTEMPEL im Lichte der VOLUNTAS von ZEHN FREIHEITSGEBOTEN! Heraus zu den PLAKATEN und den gediegen subversiven SANDWICH-WICHTELMÄNNERN mit ihren verstörend LIBERTIZID LIBERTÄREN FREIWILLIGENZWANG-DURCHHALTEPAROLEN! Wenn ‚WIR‘ (sic) ‚UNS‘ (sic) SELBST und damit die GESAMTE MENSCHHEIT nicht ‚AUSWILDERN‘ (!), werden ‚WIR ALLE‘ (sic) im SUIZIDALEN STRUDEL DER DEMOZID-SELBSTVERNICHTUNG ‚UNSERES‘ (sic) SELBSTVERSCHULDETEN DRITTEN WELTKRIEGES UNTERGEHEN.“