Die Berichterstattung auf t-online lässt aufhorchen: Nach dem Tod eines Kindes in Polen hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) einen neuen Warnhinweis für gängige Windpocken-Impfstoffe angekündigt. Das Kind war kurz nach der Impfung mit dem Präparat „Varilrix“ an einer Enzephalitis – einer schweren Gehirnentzündung – gestorben.
Der tragische Fall veranlasste die polnischen Behörden dazu, die betroffene Charge vorsorglich aus dem Verkehr zu ziehen. Die EMA startete daraufhin eine umfassende Sicherheitsbewertung – nicht nur für „Varilrix“, sondern auch für den zweiten in der EU zugelassenen Impfstoff „Varivax“. Beide enthalten abgeschwächte Varizella-Zoster-Viren und gelten bislang als bewährt und sicher.
Schon bisher war die potenzielle Nebenwirkung „Enzephalitis“ in den Fachinformationen als „sehr selten“ eingestuft – betroffen seien weniger als 1 von 10.000 Geimpften. Doch nun soll die Formulierung verschärft werden, um Ärzte und Eltern aufmerksamer zu machen. Auch Kombinationsimpfstoffe wie „Priorix-Tetra“ und „ProQuad“ sollen entsprechend überarbeitet werden.
Die Behörden betonen gleichzeitig, dass kein Anstieg der Fallzahlen zu beobachten sei und der Nutzen der Impfung weiterhin überwiege. Doch die Botschaft ist klar: Die Risiken sind real – und sie treffen nun auch ganz offiziell die kleinsten Mitglieder der Gesellschaft.

