Der Konzern Bayer hat laut einem Bericht von GMWatch in der EU die Zulassung für ein neues Herbizid beantragt: Icafolin. Das Mittel soll dort an die Stelle von Glyphosat treten – jenem umstrittenen Unkrautvernichter, der inzwischen weltweit mit Klagen wegen möglicher Krebsrisiken überzogen ist. Während Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ gilt, weiß beim neuen Wundermittel offenbar selbst Bayer nicht genau, wie es überhaupt wirkt.
Die Konzernforscher geben zu, dass der Wirkmechanismus „vermutlich“ auf die Beeinflussung von Pflanzenproteinen zurückgeht. Wahrscheinlich. Vielleicht. Irgendwie. Doch während mögliche Risiken für Mensch und Umwelt noch völlig im Dunkeln liegen, läuft die Profitschiene wie geschmiert: Neue Gentech-Pflanzen, die Icafolin locker wegstecken, sind bereits in Planung – darunter Mais, Soja und sogar Obst und Gemüse.
Zugleich wird in der EU über die Deregulierung neuer Gentechnikverfahren wie CRISPR diskutiert. Ein Zufall? Wohl kaum. Wer glaubt, dass weniger Regulierung zu weniger Pestiziden führt, darf sich bald eines Besseren belehren lassen. Denn mit der Zulassung von Icafolin-toleranten Pflanzen steht die nächste Spritzwelle schon in den Startlöchern – ganz legal und mit Brüsseler Segen.

