Früher nannte man es einfach Sommer und brauchte keine Konzepte und Experten, die einem erklärten, wie man sich bei Hitze zu verhalten hat. Fenster auf, Wasser trinken, Schatten suchen, Tempo raus. Heute wird aus jeder Wetterlage eine Verwaltungsaufgabe. Und nun kommt der bemerkenswerte Dreh: Selbst die FPÖ fordert in Wien verpflichtenden Hitzeschutz für vulnerable Gruppen.
Auslöser ist eine Meldung aus Wien: FPÖ-Wien-Obmann Dominik Nepp kritisiert, dass Schüler und Lehrer in Klassenräumen mit Temperaturen von bis zu 35 Grad sitzen sollen, während mobile Klimageräte und Ventilatoren aus brandschutzrechtlichen Gründen verboten seien. Der Schutz der Kinder müsse vor bürokratischen Auflagen gehen, so Nepp.
Damit trifft die FPÖ natürlich einen wunden Punkt. Wenn Politik erst jahrzehntelang Zuständigkeiten, Vorschriften und Verbote stapelt, darf sie sich nicht wundern, wenn am Ende nicht einmal mehr ein Ventilator unkompliziert aufgestellt werden kann. Der normale Menschenverstand wird zur Ausnahmegenehmigung.
Nepp fordert eine Klimaanlagen- und Fernkälte-Offensive für Schulen, Kindergärten, Spitäler, Pflegeheime, öffentliche Verkehrsmittel und Amtsgebäude sowie Förderungen für private Wohnungen. Außerdem sollen einfache Maßnahmen wie Ventilatoren, Beschattung und Nachtlüftung sofort möglich sein.
Man kann darüber streiten, ob wirklich alles verpflichtend geregelt werden muss. Aber genau darin liegt die Pointe: Sogar die FPÖ landet inzwischen bei staatlich organisiertem Hitzeschutz, weil die Wiener Bürokratie offenbar selbst die naheliegenden Lösungen blockiert. Sommer war einmal eine Jahreszeit. Heute ist er ein Akt im Gemeinderat.
Quelle: OTS-Presseaussendung der FPÖ Wien vom 28. Juni 2026.



