Die Rhetorik vom „Krieg gegen den Virus“ sickert zurück – diesmal aus dem Land, das uns während Corona beibrachte, dass Freiheit von der Regierung kommt. In Südchina tobt die bisher schlimmste Chikungunya-Epidemie, und Peking reagiert nicht mit Gelassenheit, sondern mit Drohnen, Moskitonetzen, Haus-Durchsuchungen und Virus-quarantäne wie im China-Special.
Wie t-online berichtet werden ganze Stadtteile abgeriegelt, öffentliche Plätze gesperrt und großflächige Insektizid-Aktionen durchgeführt. Offiziell geht es um den Schutz der Bevölkerung vor der Krankheit, die vor allem durch infizierte Tigermücken übertragen wird und hohes Fieber, starke Gelenkschmerzen und Hautausschläge verursachen kann.
In manchen Regionen dürfen Anwohner ihre Wohnungen nur noch zu bestimmten Zeiten verlassen. Behörden ordnen sogar Zwangskontrollen und Desinfektionen in privaten Haushalten an. Reisende müssen teils tagelang in Quarantäne – selbst ohne Symptome. Die staatlichen Medien warnen vor „unverantwortlichem Verhalten“ und mahnen zur strikten Einhaltung der Vorschriften.
Offizielle Zahlen zur tatsächlichen Ausbreitung werden nur spärlich veröffentlicht, während die Staatsmacht jede Kritik im Keim erstickt. Für viele wirkt die harte Gangart wie ein Déjà-vu zur Corona-Zeit – nur dass diesmal nicht ein Virus aus der Luft, sondern ein Stich ausreicht, um ins Visier der Behörden zu geraten.
Die Fakten – schonungslos und klar:
- In Guangdong, hauptsächlich in Foshan, sind über 7 000 Menschen infiziert – Chinas bisher größter Chikungunya-Ausbruch (people.com, reuters.com)
- Die Reaktion? Krankenhausquarantäne für mindestens sieben Tage, Moskito-Netze über Betten, Flächensprühaktionen, Drohneneinsatz zur Larvenjagd (contagionlive.com, the-independent.com, axios.com, ru.wikipedia.org)
- Behörden schrecken nicht vor Überwachung zurück: Nachtliche Blutentnahmen bei Kindern ohne Einverständnis wurden viral und sorgen für Empörung (theguardian.com)
- Bereits bekannte Werkzeuge aus der COVID-Ära: Überwachung, Kontakteinkäufe in Apotheken, drakonische Strafen – im Namen der Gesundheit (ru.wikipedia.org, economictimes.indiatimes.com, theguardian.com)
Cui bono?
- Die Moskitopanik verkommt zur Bühne staatlicher Befugnis: Kontrolle als Gesundheitsprävention.
- Vertrauen geht den Bach runter – je länger die Bevölkerung diese Eingriffe schluckt.
- Der gleiche Takt, anderer Auslöser: Virale Angst als Hebel für autoritäre Maßnahmen.

