
Letzten Sonntag war es wieder da, dieses Gefühl im Film „Die Körperfresser kommen“ gefangen zu sein. Ich wollte nur kurz Brötchen für meine Lieben holen, fuhr zum Bäcker und bereute meinen Entschluss gleich wieder. Beim meditativen Einparken wurde ich von einem Rentner geschnitten, so einer von der Sorte, die hektisch nach zwei hintereinander liegenden freien Parkplätzen suchen, blitzschnell einfahren, durchziehen, um dann später vorwärts ausparken zu können, weil sie es nicht mehr schaffen, den Kopf nach hinten zu drehen. Das klapprige Männlein zeigte mir dann auch zu Fuß, was eine Harke ist und setzte nach dem Herauswuchten aus seinem Fahrzeug umgehend zum Überholen an und reihte sich triumphierend vor mir in die Schlange ein.
Jetzt erst wurde ich so richtig wach. „Ist schon wieder Pandemie?“, fragte ich mich ungläubig. Ungefähr sechs bis acht Leute standen bei geöffneter Tür bis draußen, schön im Abstand von 1,5 Metern. Kopfschüttelnd schob ich mich vorbei in den Laden, nickte der freundlichen Bäckereifachverkäuferin zu, die unserem Kleinen immer so gerne einen Keks gibt und wartete bis ich dran genommen wurde, mon dieu, viel zu früh. Ich schaute mich um, machte sogar noch höflich eine galante Handbewegung in Richtung Bioroboter, doch niemand wagte es, aus der Masse auszuscheren und mein Angebot anzunehmen. Ein wenig enttäuscht, dass nicht dieser markerschütternde Schrei ertönte und die Horde über mich herfiel, nahm ich meine Brötchenbeute und fuhr von dannen, nicht ohne eine Beinahekollision mit dem nächsten Doppelparkplatzwackelrentner, der mir fast die Tür abgefahren hätte. Was ist nur los mit den Leuten? Steckt Google Patent/DE10253433A1 dahinter oder doch Außerirdische? Oder alles zusammen?
Die Zeichen sind nicht zu übersehen. Corona dauert an, die Pandemie mag vorerst vorbei sein, doch wieder normal zu werden, ist für viele Menschen so schwer, wie für Süchtige, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Wie Mahnmale als Zeugnisse für dumpfe Untertanentümelei hängen sie noch an etlichen Plätzchen herum, diese unsäglichen Hygienevorschriften unter freiem Himmel. Was ist nur los mit den Leuten? Und wer ist schlimmer, der, der sie aufgehängt hat oder der, der sich nicht traut, die Zettel zu entsorgen?
Und wer ist schlimmer, Klimakleber, die Leuten den Weg zur Arbeit und selbst Rettungsfahrzeuge blockieren oder Leute, die freiwillig einen „autofreien Tag“ begehen und uns eine Fahrt ins Hessische an diesem Tag zwar nicht gänzlich unmöglich machen, dafür aber mit erheblichen Umwegen und somit mehr CO2 Ausstoß.

Fahren die Autofreien auch wirklich alle mit dem Radl zur Aar? Da sind doch E-Bikes auf dem Plakat zu sehen, bestimmt mit Kohlestrom geladen. Und obendrauf wieder so ein Doppelparkplatzvorwärtsausparkopa, der sich kaum im Sattel halten kann. Viel zu gefährlich, da kann wer weiß was passieren. Ohne SUV mit XXL Komfortknautschzone kriegen mich keine 160 Pferde dahin.

Kommentare
6 Kommentare zu „Freiwillig unfrei im Land der Bioroboter“