„Eine große Stimme des katholischen Glaubens“ – zum 100. Geburtstag von Pfarrer Hans Milch

„Eine gewaltige Stimme im katholischen Leben ist in dieser Welt verstummt“. Mit diesen Worten begann der damalige Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Franz Schmidberger, seine Traueransprache auf Pfarrer Hans Milch nach dessen Ermordung am 8. August 1987 in seiner Wiesbadener Wohnung. Tatsächlich war Pfarrer Milch nicht „irgendein“ Pfarrer, sein Leben war das eines geistig-geistlichen Rebellen, eines Priesters, der dem seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den Innenraum der Kirche eingebrochenen revolutionären Modernismus, heterodoxen Ungeist und der sozialistisch-atheistischen „Befreiungstheologie“ mit all seinen Kräften widerstand. Das Konzil hatte viele unverzichtbare überlieferte Traditionen und Positionen aufgegeben, das Latein in der Hl. Messe zugunsten der Landessprache abgelöst, den sogenannten „Volksaltar“ und die Handkommunion eingeführt, die gottgewollte Liturgie inklusive der Meßopferlehre entscheidend verändert, die „Religionsfreiheit“ verkündet zugunsten eines konziliaren Ökonomismus und in diversen Enzykliken ungültige Prinzipien bei der Bestimmung des Verhältnisses von Kirche und Lehramt zum liberalen und säkularen Staat und zu den nichtchristlichen Religionen erklärt, speziell zum Islam, der dezidiert Christus als Sohn Gottes ablehnt, ihn zu einem beliebigen Propheten degradiert und in den vom ihm beherrschten Ländern fast überall zu den schlimmsten Christenverfolgern gehört, um nur einige der sichtbaren und übelsten Veränderungen zu benennen.

Das angebliche Ziel des Zweiten Vatikanums war es, die Kirche aus ihrem „Ghetto“ zu befreien, in Wahrheit ging es darum alles Hohe, Erhabene, dem Alltag entrückte und theozentrisch-ekklesiozentrisch Geprägte zu entsakralisieren und sich dem Geist der Zeit anzupassen, um anthropozentrisch Humanismus, Säkularismus und Aufklärung in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen. Letztlich ging es darum, Christus mit Hilfe einer Entmythologisierungsstrategie von der katholischen Kirche zu distanzieren, deren Risse im christologischen Fundament nun immer deutlicher und sichtbarer wurden und als Parareligion eines atheistischen Christentums und einer dialektischen Theologie das katholische Gottesbild zusehends verdunkelten. Inzwischen herrscht auch in der römisch-katholischen Kirche unter Herrn Bergoglio die zu religiöser und politischer Demagogie und Ökodämonologie, Sozialismus, Liberalismus, freimaurerischem Transhumanismus und anderen religiösen Surrogaten tendierende okkult-esoterische „Klimareligion“, die in trauter Gemeinschaft mit der luziferianischen LGTBIQ- und Gender-Ideologie die Kirche sowie die theologischen Fakultäten überflutet, das Volk Gottes spaltet, im Sinne des Diabolos verwirrt und letztendlich dem Bösen ausliefert.

Aber zurück zu Pfarrer Milch. Am 17. März 1924 als jüngstes von drei Kindern einer protestantischen Familie in Wiesbaden geboren, besuchte er dort das humanistische Gutenberg-Gymnasium und wurde 1942 zur Wehrmacht eingezogen. In amerikanischer Gefangenschaft lernte er einen katholischen Priester kennen und konvertierte nach intensiven theologischen Gesprächen im April 1946 zur Römisch-Katholischen Kirche. Ein Jahr später begann er sein Studium der Theologie und Philosophie an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main. 1953 im Limburger Dom zum Priester geweiht, wurde er zunächst als Kaplan in Lorch am Rhein, Rennerod im Westerwald und schließlich im Frankfurter Kaiserdom eingesetzt.

Im Januar 1962 wurde er als Pfarrer von St. Martinus in Hattersheim eingeführt. Gemeinsam mit seinem Freund Professor Walter Hoeres gründete er 1969 die „Bewegung für Papst und Kirche“, die zwar nicht das Konzil als solches kritisierte, jedoch die modernistischen Exzesse und antichristlichen Umtriebe, die sich daraus ergaben., und auf das Vaticanum II beriefen. Erst Mitte der 1970er Jahre wurde Pfarrer Milch ganz klar bewußt, daß das Konzil selbst, samt seiner Dokumente, Enzykliken und Texte, die Hauptursache für den Zerfall des kirchlichen Erscheinungsbildes und eines religionslosen Christentums darstellte. Pfarrer Milch gründete die Kampf- und Sühnegemeinschaft „actio spes unica“, verurteilte diese Häresien auf großen Glaubenskundgebungen in Wiesbaden, Mainz, Koblenz, Karlsruhe und schließlich gemeinsam mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Münchner Olympiastadion. Seine scharfe Kritik an den Bischöfen führte – nachdem er sich bedingungslos zum Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebrve bekannte -letztlich zu seiner Suspendierung durch seinen vorgesetzten Limburger Bischof, Wilhelm Kempf, am 18. Oktober 1979. Nachdem er während der Hl. Messe die Suspendierung verlas, verließ die Hälfte der Gläubigen in St. Martinus die Kirche, um zusammen mit ihrem Pfarrer die Gründung der Kapelle St. Athanasius in Hattersheim zu beschließen, die im Oktober 1982 von Erzbischof Lefebvre geweiht wurde, und die seitdem von der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. betreut wird.

Am 8. August wurde Pfarrer Johannes Philipp Milch von dem psychisch kranken Italiener Luigi Zito, den er über eine lange Zeit seelsorgerisch betreut hatte, auf grausame Weise ermordet, indem der Täter ihm – einem Ritualmord gleich – einen Holzpfahl in die Brust rammte und mit zahlreichen Messerstichen tötete.

Anläßlich des 100. Geburtstages dieses außergewöhnlichen Geistlichen, dessen rhetorisch überwältigende Predigten weit über seine Gemeinde und die Priesterbruderschaft St. Pius X. hinaus die Gläubigen bis heute faszinieren, während die Modernisten und Halbkonservativen die Zündkraft seiner Reden wie der Teufel das Weihwasser fürchteten, wird am 17. März 2024 in der Hattersheimer Stadthalle eine Glaubenskundgebung der „actio spes unica“ stattfinden. Empfehlenswert ist auch die umfangreiche zweibändige Biographie von Dr. Wolfgang Schüler: „Pfarrer Hans Milch – Eine große Stimme des katholischen Glaubens. Mit einer Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil“ (Sarto-Verlag 2005, 1800 Seiten, 28,50 Euro).

Unter www.spes-unica.de sind die zahlreichen Predigten von Pfarrer Milch einsehbar, auch besteht die Möglichkeit diese zu abonnieren bei actio spes unica e.V., Schulstr. 7, 65795 Hattersheim.



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Ein Kommentar

  1. Lieber Herr Olles,

    vielen Dank dafür, dass sie mit diesem Artikel an einen der letzten Aufrechten und Unbeugsamen im “konziliarischen” Sumpf erinnern.

    Es ist am Ende, wie es am Ende immer ist:

    Jede Mafiaorganisation von Weltruhm die etwas auf sich hält sorgt dafür, dass “Verräter, Ungehorsame und Unbeugsame” eine natürlich-unnatürliche Reise ins Jenseits – möglichst “unauffällig” spendiert bekommen. So ist der Lauf dieser Welt.

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