In Spanien wird die Nutzung von Geldautomaten zunehmend zur riskanten Angelegenheit – wie der bekannte Wirtschaftsjournalist Norbert Häring in seinem Blog berichtet. Wer dort mehr als 3.000 Euro von seinem eigenen Konto abheben möchte, muss dies mindestens 24 Stunden vorher bei der Steuerbehörde Agencia Tributaria anmelden und einen konkreten Verwendungszweck angeben. Bei Summen über 100.000 Euro sind sogar 72 Stunden Vorlauf vorgeschrieben. Ohne vorherige Anmeldung verweigern Banken die Auszahlung, und bei Verstößen drohen empfindliche Geldstrafen von bis zu 150.000 Euro.
Offiziell soll damit Geldwäsche bekämpft werden – tatsächlich aber wird der Bürger gläsern gemacht. Denn wer sein eigenes Bargeld abheben will, muss sich nun rechtfertigen und registrieren lassen. Besonders brisant: Wer versucht, die Regelung durch mehrere kleine Abhebungen zu umgehen, wird ebenfalls sanktioniert.
Im Falle einer Finanz- oder Bankenkrise könnten solche Maßnahmen verhindern, dass Menschen ihre Ersparnisse rechtzeitig in Sicherheit bringen. Häring warnt: Was in Spanien beginnt, kann bald auch hierzulande Realität werden – wie schon bei anderen Bargeldbeschränkungen zuvor.
Die Kontrolle über das eigene Geld schwindet, während der Staat seinen Zugriff auf die privaten Finanzen immer weiter ausbaut. Kritiker sehen darin nichts weniger als den schleichenden Einstieg in eine bargeldlose Zwangsgesellschaft – mit allen bekannten Gefahren für Freiheit und Privatsphäre.


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5 Kommentare zu „Spanien kriminalisiert Bargeldabhebungen“