Nahrungsmittelknappheit: Selbstversorgungsgrad angeblich ausreichend oder doch nicht?

Nichts Genaues weiß man nicht. Die aktuellen Statistiken beruhen auf Daten, die vor der "Corona-Pandemie" erhoben wurden. Vor einem Jahr konnte man folgende Durchhalteparolen lesen:

"Was vielen bis vor kurzem noch eine Selbstverständlichkeit zu sein schien, rückt angesichts der Coronakrise wieder in den Blickpunkt: die ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln. Die deutschen Landwirte produzieren deutlich mehr Fleisch, Milch, Zucker und Kartoffeln als die deutsche Bevölkerung benötigt. Bei Obst, Gemüse und Honig besteht hingegen Importbedarf (Zahlen aus 2018)." Da steht es geschrieben (topagrar.com), die Daten sind überholt.

Und weiter heißt es: "Der Selbstversorgungsgrad insgesamt bei Nahrungsmitteln lag 2017/18 nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei 88 %, inklusive der Erzeugung von Nahrungsmitteln mit Futter aus dem Ausland." 

88 Prozent sind nicht genug. Das liest sich bei Statista auch schon ein wenig anders:

Im Berichtsjahr 2018/19 lag der Selbstversorgungsgrad für Nahrungsmittel in Deutschland bei rund 89 Prozent. Der Selbstversorgungsgrad beziffert, wie viel Prozent der benötigten Agrarerzeugnisse im eigenen Land produziert werden. Im Fall einer Unterversorgung (weniger als 100 Prozent) sind Importe notwendig. Deutschland musste also zusätzlich Nahrungsmittel importieren, um den eigenen Bedarf decken zu können.

Kurz nach der Wende (90/91), so erkennt man in der Grafik dazu, lag der Selbstversorgungsgrad noch bei tatsächlichen 98 Prozent. Besonders bitter für Vegetarier und Veganer: In den Produktgruppen Obst und Gemüse kann Deutschland schon lange nicht mehr den Eigenbedarf decken. So lag der Selbstversorgungsgrad im Jahr 2019 bei 36 Prozent und bei Obst bei 22 Prozent. Hingegen werden jährlich 300.000 Tonnen Schweinefleisch nach China verschifft.

Der Exportboom könnte mitverantwortlich für die mangelhafte Versorgung mit gutem Gemüse sein, denn das Futter für die Allesfresser produzieren die meisten Landwirte noch selbst. Gut ein Drittel soll laut dem Manager Magazin aus industrieller Fertigung stammen. Notfalls müssen wir die Schweine also selbst fressen, mitsamt dem Müll, den sie aufgenommen haben, aber immer noch besser, als zu verhungern. Wenn da nur nicht die Inflation wäre, vor der sogar der linientreue Tagesspiegel warnt. Allein im Mai sind die Preise um 2,5 Prozent gestiegen. Bis Jahresende könnten es gar 4 Prozent sein, so die optimistische Prognose.

Glücklich, wer ein Hochbeet hat und damit umzugehen weiß. Aber Vorsicht, ist voll Nazi ...