Von wegen „umweltfreundlich“: Der Schwindel mit den Wärmepumpen

Wärmepumpe
Wärmepumpe / Bild von HarmvdB auf Pixabay

Die Wartezeiten betragen teils schon mehr als ein Jahr, wenn man mit einer Wärmepumpe dem Preisanstieg bei Gas und Heizöl begegnen möchte. Wer noch so ein Ding ergattert und mit Solarstrom betreiben kann, gehört zu den wenigen Gewinnern, die an manchen Orten aber bereits von Lokalpolitikern ins Visier genommen werden, denen der Boom ein Dorn im Auge ist.

 So warnte der SPD-Spitzenkandidat in Schleswig-Holstein, Thomas Losse-Müller, vor „massiven sozialen Verwerfungen“ durch den Solardach-Boom, der durch den Ukraine-Krieg und die Energiekosten-Explosion in Gang gekommen ist im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Wenn sich in einer Straße mit zehn Häusern vier Anwohner ein Solardach samt Wärmepumpe leisten können, die sechs anderen aber nicht, wird es für diese bald sehr viel teurer, während die anderen autark sind.“

Man sollte nie vergessen: Immer wenn du denkst, es geht noch mehr, kommt von irgendwo eine Vorschrift her …

Doch stimmt es überhaupt, dass Wärmepumpen so umweltfreundlich und kostengünstig zu betreiben sind?

Zur „Umweltfreundlichkeit“ sollte man zunächst bedenken, dass sich der Betrieb einer solchen Anlage nur in extrem gedämmten Häusern lohnt. Es gibt zwar Zuschüsse zu baulichen Maßnahmen, der größte Nachteil aber bleibt das Raumklima innerhalb einer gedämmten Immobilie. Im Sommer sind eventuell Klimaanlagen notwendig und zusätzliche Entlüftung braucht es meist auch, weil sonst durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Bildung von Schimmelpilzen gerade herausgefordert wird. Gesund ist so eine Raumluft ebenso nicht.

Zu den hohen Kosten für die „Dämmung“, muss man aktuell die dem Boom geschuldeten Preissteigerungen für die begehrten Wärmepumpen, Solardächer oder den Betrieb mit Strom aus dem gewöhnlichen Netz rechnen. Mit speziellen „Ökokrediten“ sollen die Verbraucher besonders motiviert werden, doch es ist wohl nicht ratsam, sich in der aktuellen Lage mit neuen Schulden zu belasten.

Lärmbelästigung durch Luftwärmepumpen

Alles hat seinen Preis, nichts ist neutral. Wer an der falschen Stelle spart, kann schnell Unangenehmes erfahren. Eine Luftwärmepumpe ist zwar die günstigste Variante, aber auch ziemlich laut. Steht so ein Ding auf dem Grundstück, macht das Geräusch der Ventilatoren leider nicht am Gartenzaun halt. Unter Umständen ist dann der nachbarschaftliche Frieden dahin, wer will schon gerne auf der Terrasse die ganze Zeit das Gebläse ertragen? Lohnt sich das also wirklich? (Hier lesen: Luftwärmepumpen sind gut für die Umwelt, aber schlecht für die Nerven)

Der Etikettenschwindel mit der Statistik

Das Bundesamt für Statistik schrieb im Februar 2022, der Anteil der erneuerbaren Energien steigt von 57 % auf 66 %. Zudem verliere die Gasheizung an Bedeutung: Ihr Anteil sinkt von 33 % auf 24 %. Das klingt doch toll.

Beim Planen neuer Wohngebäude setzen Bauherrinnen und Bauherren in Deutschland deutlich stärker auf erneuerbare Energien als Hauptenergiequelle. Zwei Drittel (65,5 %) der von Januar bis November 2021 genehmigten 118 000 Wohngebäude sollen primär mit erneuerbaren Energien geheizt werden. (Quelle: destatis Baugenehmigungen: Zwei Drittel der neuen Wohngebäude sollen mit Erneuerbaren heizen)

Das Baubiologie Magazin antworte beispielsweise kürzlich auf eine Leserfrage zur oben zitierten Meldung“:

Nun ist es aber so, dass der Anteil erneuerbarer Energiequellen bei der Stromerzeugung 2021 bei ca. 46 % lag (also nicht bei 100 %). Zudem gibt es auf dem Weg von der Stromerzeugung bis zu den Verbrauchern Umwandlungsverluste. Berücksichtigt man dies alles, müsste die oben zitierte Erfolgsmeldung eigentlich so lauten: „Baugenehmigungen: Anteil der erneuerbaren Energien zum Heizen steigt auf ca. 40 %.“

Risiko Stromausfall

Was passiert im Krisenfall? Die Wärmepumpe rührt sich nicht, wenn der Strom abgestellt ist. Dies gilt auch in den meisten Fällen, wenn eine Solaranlage auf dem Dach montiert ist, denn in der Regel wird der Strom ins Netz eingespeist und dann vergütet. Ein direkter Betrieb einzelner Geräte ginge nur, wenn zusätzliche Stromspeicher installiert sind, damit wichtige Anlagen auch nachts betrieben werden können. Sollte es also außer der Wärmepumpe keine weitere Heizung im Haus geben, hilft wohl nur ein guter alter Dieselgenerator…