EU: Motorradführerschein künftig nur noch mit Bereitschaft zur Organspende

Der aktuelle Gesundheitsminister Karl Lauterbach will die in anderen Ländern bereits seit Jahren praktizierte Widerspruchslösung bei der Organspende mit einem erneuten Vorstoß endlich einführen. Sein Vorgänger im Amt war jämmerlich mit seinem Gesetzesvorschlag gescheitert. Schützenhilfe kommt jetzt von der EU, die mit einem Rundumschlag die Spendebereitschaft drastisch erhöhen will. Die EU-Variante der Widerspruchslösung geht weiter, als in Österreich oder den Niederlanden. Dort dürfen Organe bei Hirntoten entnommen werden, sofern diese nicht zu Lebzeiten widersprochen haben. Wie jetzt bekannt wurde, soll innerhalb der gesamten EU bei Motorradfahrern eine Ausnahme gemacht werden. Wer ab dem 01.04.2023 die Fahrerlaubnis für ein Motorrad erwirbt, bekommt diese nur, wenn er gleichzeitig einer Organspende zustimmt.

„Wir können es uns nicht erlauben, auf diese wertvollen Organe im Zweifelsfall zu verzichten“, so der Bundesbeauftragte für Transplantationsmedizin. Motorradfahrer seien meist noch sehr jung, wenn sie tödlich verunglückten und ihre verwertbaren Organe in tadellosem Zustand. „Das sind wir den Patienten schuldig“, sagt auch die Arbeitsgruppe Organspende im Europaparlament. Durch die europaweite Regelung würden endlich nationale Sonderwege unterbunden und künftige Debatten überflüssig gemacht.

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