Gute Nazis, schlechte Nazis: Le Pen bricht endgültig mit AfD

Maximilian Krah erweist sich erneut als das personifizierte PR-Desaster für die Partei. Erst wollte und sollte er sich im Wahlkampf zurückhalten, dann sorgte er mit Luxus-Auftritten für Negativschlagzeilen. Dabei habe er doch nur für etwas Heiterkeit sorgen wollen, so Krah. Wenn man mit dem Fingerspitzengefühl einer Planierraupe ausgestattet ist, überlässt man das Witze machen lieber professionellen Pointenschreibern.

Jetzt die nächste Blamage. Statt den Mund zu halten, gibt Krah am Wochenende der italienischen Zeitung „La Repubblica“ ein Interview mit einer Steilvorlage:„Ich werde nie sagen, dass jeder, der eine SS-Uniform trug, automatisch ein Verbrecher war ….. Am Ende des Krieges gab es fast eine Million SS-Angehörige. Selbst Günter Grass gehörte zur Waffen-SS.“

Das kommt in Frankreich gar nicht gut an. Hat doch Marine le Pen mit ihrem Vater gebrochen und jahrelang versucht, aus dem Front National eine ganz normale rechtspopulistische Partei zu machen. Dafür wurde der Laden in Rassemblement National umbenannt. Mit der AfD wollen die französischen Rechten nichts mehr zu tun haben, Italiens Meloni hasst Deutschland sowieso, wie man auch über alle Fraktionen hinweg auf Deutschland wegen der Führungsrolle in der EU schlecht zu sprechen ist. Die AfD hat es verpasst daraus einen Nutzen zu ziehen. Deutschland steht alleine da. Da spielt es schon fast keine Rolle mehr, wenn sich Leute wie Krah einfach nicht benehmen können. Ob er etwas Falsches gesagt hat, ist eine andere Frage, nicht aber, dass er ein Philosoph geblieben wäre, wenn das Wörtchen wenn nicht wär…


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Kommentare

13 Antworten zu „Gute Nazis, schlechte Nazis: Le Pen bricht endgültig mit AfD“

  1. Le Pen entwickelt sich immer mehr zum linken U-Boot!

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    1. Rumpelstilzchen

      Le Pen ist keinen Millimeter zu trauen. Sie ist offen deutschfeindlich.
      Die AfD sollte sich an Eric Zemmour und die Le Pen-Nichte halten. Vielleicht läßt sich auf dieser Ebene ja eine verlässliche Zusammenarbeit realisieren.
      Aber auch in der AfD gibt es eine Menge Nichtpatrioten, in Gestalt ehemaliger Merkel-Mainstream-affiner Hinterbänkler von CDU und FDP.
      Die Lage ist komplex.

      Wir sind von Feinden umzingelt, wie es immer der Fall war.

      1. Merkelaner und Zersetzer der AfD sind sogar im Bundesvorstand. Das Ausmisten ist noch längst nicht vorbei.

  2. In Frankreich gab es die Résistance, sowie in der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Staaten die Partisanen, nach der Haager Landkriegsordnung waren das terroristische Organisationen.
    Nach dem WK II wurden diese Organisationen, durch Rechtsverdrehungen und neue Gesetze der Siegermächte, zu Helden stilisiert und das dauert bis heute an. Alle Schuld, vorrangig natürlich die eigene, wurde auf Deutschland abgeladen, insbesondere auf die SS.
    Politisch kommt man selbst heute in diesen Ländern an diesem Heldenkult, der dort zum nationalen Selbstverständnis gehört, nicht vorbei.
    Das war die Ursache des Zerwürfnisses in der Familie Le Pen und das hätte der Herr Krah wissen müssen.

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    1. Alles was mit Nationalsozialismus zu tun hat, ist ein Minenfeld das man nicht betreten sollte. Jedenfalls nicht zuerst. Das sollte man Anderen überlassen.

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      1. Rumpelstilzchen

        Vollkommen richtig, obwohl er in der Sache objektiv natürlich recht hatte. Aber bei diesem Thema geht es eben – leider immer noch – nicht um das “Rechthaben”, sondern darum, nicht unnötig und ohne Sinn Stress zu verursachen.
        Wer vermintes Gelände betritt, geht erfahrungsgemäß leicht daran zugrunde.

  3. Eugen Karl

    Le Pen traue ich ebensowenig wie Krah. Jene aber geht mich nichts an, dieser hingegen schon. Die AfD sollte mehr Realitätssinn zeigen und das Ideologisieren den anderen Parteien überlassen. Mehr Pragmatismus in der Politik wünschen sich die Bürger am dringlichsten. Und die AfD stellt einen Ideologen als Spitzenkandidaten für die Europa-Wahl auf und nicht z.B. Chr. Andersen, die viel stärker in der Realpolitik verwurzelt ist und für den Wähler sichtbar agiert. Das gilt auch für einige andere in der Europafraktion. Diese Entscheidung war grundfalsch, schade daß sie nun nicht mehr revidiert werden kann.

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  4. Ahasver

    Krah hat mit seinen Äußerungen völlig recht. Er muss sich nichts vorwerfen lassen. Und warum soll er nicht im Cabriolet zum Wahlkampf fahren? Die Partei wird sich doch wohl nicht den Eindruck einer Arbeiterpartei verpassen wollen? Da sei Gott vor. Versagerparteien aus dieser Richtung gab’s und gibt es zur Genüge.

    Und was der kleine Pforzknoten aus Italien von sich gibt, interessiert niemand. die bekommt ihre Klatsche bei den nächsten Wahlen zum italienischen Parlament für ihren Verrat an den Wählern.

  5. Jonathan M.

    Frau Marine le Pen möchte Herrn Macron demnächst ablösen. Dazu braucht sie die übergroße Mehrheit der Franzosen (also deren Wählerstimmen). Ist dieser Kraftakt von ihr geschafft, wird sie ihr Verhältnis zur AfD neu bestimmen.
    Der AfD würde ich raten, die Gegebenheiten so hinzunehmen wie sie jetzt sind. Denn wenn die Sache mit Maximilian Krah nicht stattgefunden hätte, wäre Frau Marine le Pen etwas anderes gegen die AfD eingefallen. Der Zweck heiligt die Mittel.

  6. Ketzerlehrling

    Was hat diese Person zu bestimmen? Wen interessiert, ob sie mit der AfD bricht? Wen interessiert diese Frau? Warum müssen Deutsche sich immer an andere orientieren? Kein Wunder, dass sie seit 2000 Jahren Spielball sind und Fußabtreter für die Welt und nichts begreifen? Wieso lässt sich Deutschland alles gefallen? Was wäre dieses Land der Froschfresser ohne, frühere, deutsche Wirtschaftskraft und deutsches Geld? Das deutsche Angebiedere hängt einem zum Hals raus.

  7. OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

    Wer sich mit Michael Kohlhaas pseudonymisiert sollte erst recht zur Kenntnis nehmen, dass es eben Persönlichkeiten gibt mit einem ungebrochenen Verhältnis zur Wahrheit. Selbstverständlich kann nicht jedes Mitglied einer vielköpfigen Großorganisation ein Verbrecher sein, das Zustandekommen des Dabeiseins ist differenziert zu betrachten (Beachte Schönhuber: “Ich war dabei!”). Kollektivhaftung muss dem Rechtswesen fremd sein, Schuldhaftigkeit ist individuell und nicht voraussetzbar. Man sollte Herrn Krah dankbar sein, dass er eine Befreiung aus dem Würgegriff der wohlfeilen Meinungssprüche erwirken will.

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    1. Rumpelstilzchen

      Einer solchen “Befreiung” hätte es aber nicht ausgerechnet 3 Wochen vor einer Wahl bedurft, ganz unabhängig davon, welchen Standpunkt man zu diesem Thema einzunehmen gedenkt.

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      1. Genauso ist es.