Verteidigungsminister Pistorius fiel kürzlich aus dem Rahmen, als er forderte, Deutschland müsse wieder „kriegstüchtig“ werden, also Kriege führen und nicht nur sein Territorium verteidigen. Das Wort „Frieden“ scheint diesem Minister nicht geläufig, zumindest kennt man weder eine Friedensforderung noch einen Friedensvorschlag von ihm, die ernst genommen werden könnten. Dieser Mann ist offenbar unbeeindruckt von den letzten eineinhalb Jahren Krieg in der Ukraine und verlangt noch mehr Kriegswaffen, noch mehr Kriegsmentalität und die Umwandlung noch größerer Summen unserer Sozial- und anderen Ausgaben zugunsten von Aufrüstung und Vernichtungsmaschinerie. Der Beifall der Altparteien ist ihm fatalerweise gewiss, die offenbar Einiges aus der deutschen Geschichte vergessen haben. Zum Beispiel, dass wir bis 1945 gegen mehr als 40 Staaten gleichzeitig (!) Krieg geführt und unser Land zerstört haben. Daraus folgten der pazifistische Geist und der Text des Grundgesetzes, das u.a. folgende Vorschriften enthält:
Grundgesetz Art 4:
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.Art 26
(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.
Das Gebot des Grundgesetzes wurde aktiv aus dem Strafgesetzbuch gestrichen
„Rein zufällig“ in zeitlicher Übereinstimmung mit den Absichten der US-Globalisten für den Anmarsch der Nato in Richtung Russland hatte die Berliner Regierung unter Merkel und Scholz schon 2016 gehandelt: Die ins Strafgesetzbuch umgesetzte Grundgesetzvorschrift, die die Vorbereitung von Angriffskriegen unter Strafe stellte – der § 80 StGB – wurde gestrichen. Damit erhielten die Regierenden einen Freibrief, Angriffskriege vorzubereiten — oder wie soll man die Streichung sonst verstehen? Was störte die Regierenden sonst an dem Paragrafen? Der Verweis auf völkerrechtliche Gegebenheiten ist lächerlich, da diese nach Gusto und Recht des Stärkeren zurechtgebogen werden, wie aktuell wieder – und immer noch – zu sehen ist. Passt das Herausstreichen zu Pistoriussens zweiter Raketenstufe namens Aufrüstung und Kriegsertüchtigung? Man kann die Erklärung für die Eskalation und Hochrüstung vermutlich auf Herrn Bidens Telepromptern mitlesen, aber das sollten wir Deutschen der Regierung nicht durchgehen lassen. Deren politischer Masochismus schimmerte bereits beim Stillehalten nach dem Knall der Nordstream-Gasröhrensprengung durch, sollte aber nicht zur Staatsräson avancieren.
Wir brauchen Frieden und Wohlstand zurück, die wir hatten
Statt dem Grundgesetz und seinen Friedensgeboten den Krieg zu erklären, brauchen wir den Frieden zurück, den wir hatten und der sinnlos in der Ukraine zerstört worden ist. Nichts, garnichts hatten die USA in Polen und den russischen Anrainern zu suchen. Dass völlig anlasslos und aus der blauen Luft heraus ein russischer Angriffskrieg gegen denkbar unschuldige Beitrittskandidaten der größten Friedensorganisation der Welt – der Nato – erfolgt sein soll, liest sich bestenfalls interessant.
Fazit: Daraus eine erneute Kriegsnation Deutschland schmieden zu wollen, muss aber genau so abgelehnt werden wie es für die Aufrüstung ab 1933 gegolten hat. Damals griff niemand ein, heute muss das anders sein. Wir brauchen Frieden in Europa und Zusammenarbeit. Mag das die US- und anderen Globalisten stören, uns sollte das nicht kümmern.



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7 Kommentare zu „Erklären Altparteien und Pistorius auch dem Grundgesetz den Krieg?“