5.9 – Die WordPress-Revolution kommt

turned-on monitor

Das Update auf Version 5.9 war eigentlich schon im Dezember geplant, wurde dann aber noch mal verschoben. Ab heute soll es endlich online gehen. Den Neuerungen sehen viele Nutzer und Entwickler mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Gründe liegen auf der Hand, hat WordPress doch mit der Einführung des Gutenberg-Editors für viel Verstimmung gesorgt.

Der unbeliebte Editor lässt sich mittels Plugin deaktivieren und an der Zahl der Downloads lässt sich bereits erkennen, wie sehr die Gemeinde weiterhin auf den Classic-Editor setzt. Nicht nur, weil man sein gewohntes WordPress nicht aufgeben will, sondern weil der Editor mit den Blöcken eher als Erschwernis, denn als Erleichterung verstanden wurde. Mit echten Pagebuildern, wie beispielsweise Elementor oder Thrive konnte Gutenberg nie mithalten. Und da WordPress von Haus aus kein Block-Design unterstützt (e), wie Joomla oder Drupal, braucht es in vielen Fällen einen Pagebuilder oder zumindest ein Theme, das einen eingebauten Pagebuilder mitliefert. So zählt neben den kostenspieligen Lösungen der Abo-Modelle von Elementor das Newspaper-Theme von Tag Div zu den beliebtesten Themes im Envato Market. Jetzt aber könnte es ungemütlich für die Theme-Anbieter werden.

Erstmals lässt sich lässt sich nämlich mit Bordmitteln von WordPress und dem neuen Standardtheme TwentyTwentyTwo im Prinzip alles im neuen Editor anpassen, sogar die „stolz präsentiert von WordPress“ Fußzeile lässt sich auch von Laien mit einem Klick entfernen. Ob Header, Footer oder Seitenleiste, Beiträge oder Produkte – alles lässt sich individualisieren. Wenn nur die Hauptseite einen großen Header anzeigen soll und nur Produkte einer Woocommerce-Seite eine Seitenleiste haben sollen, geht endlich auch mit WordPress das, was andere CMS schon lange können. Nur eins ist immer noch nicht machbar. Beim schon lange abhängten Konkurrenten Joomla können mehrere Templates verwendet werden, die man auch im Hintergrund einer Live-Seite testen kann, ohne den Betrieb zu gefährden.

Und hier liegt auch der größte Fallstrick für das neue WordPress. Die meisten Standardnutzer können nicht einfach mit den neuen Features herumspielen, ohne gleich das komplette Design ihrer Seite zu gefährden. Das bietet sich erst bei einem neuen Projekt an oder einer lokalen Testseite, wie sie Entwickler nutzen. Die große Masse der User wird höchstwahrscheinlich erst einmal beim Altgewohnten bleiben und Classic-Widgets und Classic-Editor nutzen. WordPress hat mit Gutenberg eine große Chance verspielt, blieb aber weiterhin unumstrittener Platzhirsch. Mit dem neuen Update ist die ehemalige Blogsoftware zu einem „richtigen“ CMS gereift, mit dem man, wenn man einmal damit umgehen kann, auf Pagebuilder und kostenpflichtige Themes von Drittherstellern getrost verzichten kann.

Hier einige erste Tutorials aus dem Netz dazu: