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Angriff auf jüdischen Studenten wird als versuchter Mord gewertet

Nach derzeitiger Einschätzung des Landeskriminalamtes und der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg wird der tätliche Angriff eines 29-Jährigen auf einen 26-jährigen jüdischen Studenten vor einer Synagoge in Hamburg-Eimsbüttel als versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung mit mutmaßlich antisemitischem Hintergrund eingeschätzt.

Foto: Catrin / CC BY-SA

Wegen der Bedeutung der Sache und wegen eines möglichen extremistischen Hintergrundes hat die Zentralstelle Staatsschutz der Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen. Beamte des Staatschutzes des Landeskriminalamtes (LKA 7) führen die Ermittlungen. Nach der Festnahme des in Hamburg bislang polizeilich nicht in Erscheinung getretenen Beschuldigten hatten die Ermittler in dessen Hosentasche einen Zettel mit einem handschriftlich aufgemalten Hakenkreuz gefunden.

Die Ermittlungen zur Herkunft der vom Beschuldigten getragenen Bundeswehruniform dauern ebenfalls an. Zudem wurden Personalpapiere gefunden, die mit einer Anschrift in Berlin versehen waren. Die Überprüfung dort ergab, dass er seit 2019 nicht mehr in Berlin wohnt. Weitere Ermittlungen führten zu einer Wohnung in Hamburg-Langenhorn, in der sich der Beschuldigte unangemeldet aufhielt. Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg erwirkte noch in der Nacht einen Durchsuchungsbeschluss für diese Anschrift. In der Wohnung wurden Datenträger sichergestellt, deren Auswertung andauert. Nach aktuellem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise auf Mittäter vor. Aufgrund der derzeitigen Einschätzung der Gesamtumstände ist bei der Tat von einem antisemitisch motiviertem Angriff auszugehen. Die Ermittlungen dauern an.

Laut verschiedenen Medienberichten handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen „Deutschen kasachischer Herkunft.“


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