Von Lauterbach-Entführern und Rollator-Reichsbürger Putschisten

Im Prozess gegen die mutmaßliche Terrorgruppe „Vereinte Patrioten“ hat einer der Angeklagten, Sven Birkmann, seine Umsturz- und Entführungspläne verteidigt. Birkmann, der in Brandenburg ansässig ist, erklärte vor dem Oberlandesgericht Koblenz, dass er aus heutiger Sicht genauso agieren würde, um eine Grundordnung in Deutschland wiederherzustellen, die es 2021 nicht gegeben habe. Das berichtet die FAZ gestern.

Die Bundesanwaltschaft beschuldigt Birkmann und vier weitere Angeklagte, eine inländische terroristische Vereinigung namens „Vereinte Patrioten“ gegründet zu haben. Ihnen wird vorgeworfen, einen großflächigen Stromausfall, die Entführung des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach, den Umsturz Deutschlands und die Einsetzung einer neuen Verfassung geplant zu haben.

Laut T-Online sagte Sven Birkmann weiter aus, dass er ein dreistündiges Treffen mit Peter W., einem ehemaligen Elitesoldaten und Christian W., einem ehemaligen AFD-Politiker, hatte, die der „Reichsbürger-Gruppe“ um Heinrich XIII Prinz Reuß angehörten. Während des Treffens interessierten sich die beiden nicht für Details ihres Plans, sondern vielmehr dafür, weitere Verbündete für ihr Ziel der Sturz der deutschen Regierung zu finden. Konkret wollten sie zehn kampffähige Männer anwerben. Das wenig realistische Vorhaben dieser größeren Gruppe wird häufig als „Rollator-Putsch“ bezeichnet, auch im Hinblick auf das Alter der Protagonisten. Bislang ist kein Prozesstermin bekannt, bei der Gruppe „Vereinte Patrioten“ rechnet man im nächsten Jahr mit einem Abschluss der Verfahren. Bis dahin wird wohl noch so manche absurde Kontaktschuldtheorie durch den Mainstream geistern.

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