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Internationale Waffentests bald live in Europa?

Internationale Waffentests bald live in Europa?

EU-EU-EU: Für den militärisch industriellen Komplex ist es immer wieder ein wahrer Segen, wenn sie ihr Mordwerkzeug lebens-, oder besser „sterbensnah“ präsentieren können. Für gewöhnlich sucht man sich dafür etwas abgelegenere Länder. Beispielsweise sowas wie den Irak, Afghanistan, Libyen und weitere entlegene Konfliktgebiete. Zielgebiete, in die man einfach mal so richtig reinhalten kann, ohne das gleich die „vermeintliche Weltöffentlichkeit“ einen Schreikrampf bekommt. Mit etwas Glück kann Europa mal wieder zum zentralen Austragungsort solcher Live-Tests avancieren. Dazu muss nur sichergestellt sein, dass genügend konkurrierende Waffensysteme auf dem Kontinent verfügbar sind und schon kann die Luzie abgehen.

Das Geschäft mit dem „Massenmordwerkzeug“ ist überaus lukrativ und in bestimmten Kreisen deshalb sehr beliebt. Da mag auch China gerne in Europa mal mitspielen. Bei der chinesischen „Cost per Kill Ratio“ könnte den Amerikanern glatt der Draht aus der Mütze fliegen. In jedem Fall sind das sehr gute Nachrichten für alle Waffenproduzenten. Sie hoffen auf einen vermehrten Ein- und Umsatz von Waffen innerhalb der EU. Der mühevolle Auf- und Ausbau der Ukraine, für das notwendige Potential größerer Eskalationen in Europa ist gerade im Gang. Gottlob beteiligen sich fast alle EU-Staaten in vorauseilendem Gehorsam gegenüber transatlantischen Einflüsterern an der absehbaren Destruktion Europas.

Fette „Chinaböller“ in Serbien gelandet

Die Beschaffung solcher „Riesen-Böller“ richtet sich für gewöhnlich nach Marktpreisen. Wobei die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland dafür bekannt sind „Apothekerpreise“ für solches Kriegsmaterial aufzurufen. Bei der Luftabwehr selbst hat Deutschland nichts nennenswertes zu bieten, sodass der Markt an dieser Stelle noch enger ist. Dafür hat sich China in diesem Bereich gut aufgestellt. Es ist weltweit seit Jahrhunderten dafür bekannt interessantes Feuerwerk zu liefern. Warum sollten sie den europäischen Markt verschmähen, wenn es doch hier alsbald einen „irren Bedarf“ gibt?

Und so hat Serbien, seitens der EU immer noch ein wenig „aussätzig“ behandelt, sich dazu entschlossen die dicken Knaller in China zu ordern. An dieser Stelle wird darüber berichtet: Serbien bestätigt Beschaffung des chinesischen Luftabwehrraketensystems FK-3 … [Globaltimes]. Und weil der Artikel so aufschlussreich ist, liefern wir anschließend eine gröbliche Übersetzung. Daraus gehen die Rahmenbedingungen des chinesischen Engagements hervor. Auch erfährt man einiges zur serbischen Motivation sich chinesischer Produkte zu bedienen. Es liest sich allerdings auch ein wenig wie Werbung für günstiges Feuerwerk.

Fette „Chinaböller“ in Serbien gelandet (Übersetzung)

Serbien hat das chinesische Luftabwehrraketensystem FK-3 beschafft, wie der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Mittwoch bestätigte, nachdem am Samstag Berichte aufgetaucht waren, wonach die chinesischen Luftstreitkräfte der Volksbefreiungsarmee (PLA) die Luftabwehrausrüstung mit einem großen Transportflugzeug vom Typ Y-20 liefern würden. Als Exportversion der HQ-22 der PLA kann die FK-3 die nationalen Verteidigungsfähigkeiten Serbiens erheblich verbessern, und das in einer Zeit, in der die NATO die Welt spaltet und die Sicherheitslage um Serbien herum verkomplizieren könnte, so chinesische Analysten dazu.

Serbien habe das chinesische FK-3-Luftabwehrraketensystem auf transparente Weise und unter Einhaltung der Gesetze und Vorschriften beschafft und sich an die Verfahren gehalten, sagte Vucic, wie China Central Television (CCTV) am Mittwoch berichtete. Vucic wurde von anderen Politikern beschuldigt, „das Land durch die Hände der Konkurrenten Europas und der NATO aufzurüsten“. Serbien habe seinen eigenen Weg gefunden, der auf dem Willen seines Volkes beruhe, und das serbische Volk sei stolz darauf, sein Land selbst zu schützen, anstatt dies der NATO in seinem Namen zu überlassen, wurde Vucic in dem CCTV-Bericht zitiert.

Der CCTV-Bericht kam, nachdem ausländischen Berichten zufolge eine große Anzahl von Y-20-Frachtflugzeugen der PLA-Luftwaffe in Serbien gesichtet worden war und Spekulationen zufolge das Luftabwehrraketensystem FK-3 an das serbische Militär lieferte.

Noch ein wenig zur Technik gefällig?

Bei der FK-3 handelt es sich um ein Allwetter-Luftabwehrraketensystem mit mittlerer bis großer Reichweite, das in komplexen elektromagnetischen Umgebungen eingesetzt werden kann. Es kann Ziele wie Starrflügler, Drohnen, Marschflugkörper, taktische Luft-Boden-Raketen und Hubschrauber abfangen, wie aus Werbematerialien hervorgeht, die auf früheren Verteidigungsmessen verteilt wurden.

Als Luftverteidigungswaffe in mittlerer Höhe, vergleichbar mit dem Patriot-Luftverteidigungsflugkörper der USA, kann das FK-3-Raketensystem als wirksame Abschreckung gegen Flugzeuge, einschließlich Kampfjets und Bomber, dienen, die sich auf Missionen wie Verteidigungsdurchdringung, Präzisionsschläge und Bombardierung befinden, so Wang Ya’nan, Chefredakteur der Zeitschrift Aerospace Knowledge, gegenüber der Global Times am Mittwoch.

In einer Zeit, in der sich die Sicherheitslage in Europa ändert, wird das System eine sehr wichtige Rolle für Serbien spielen, so Wang. Während der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine andauert, wenden sich viele Länder dem Westen zu oder von ihm ab, und die von den USA geführte NATO ist diejenige, die die Welt spaltet, sagte er.

Serbien weiß wie es ist NATO-Bombenziel zu sein

Serbien sei Opfer von Luftangriffen gewesen, daher sei es nur natürlich, dass das Land in seine Luftabwehrkapazitäten investiere, so die Analysten. Im Jahr 1999 bombardierte die NATO 78 Tage lang Jugoslawien, was Tausende von Opfern, darunter drei chinesische Staatsbürger, und Hunderttausende von Vertriebenen zur Folge hatte. Als Luftverteidigungssystem ist die FK-3 defensiver Natur und wird den Frieden und die Stabilität in der Region nicht beeinträchtigen, so die Experten.

Um ein jährlich geplantes Kooperationsprojekt zwischen China und Serbien durchzuführen, habe China kürzlich Transportflugzeuge der PLA-Luftwaffe nach Serbien geschickt, um normale militärische Güter zu liefern, sagte Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, auf einer regulären Pressekonferenz am Montag, als ein Reporter ihn fragte, ob China kürzlich das Luftverteidigungssystem HQ-22 an Serbien geliefert habe und ob die Aktion mit der aktuellen Situation in der Ukraine zusammenhänge.

Dieses Projekt richte sich weder an eine dritte Partei noch habe es etwas mit der aktuellen Situation zu tun, sagte Zhao und wies darauf hin, dass die Medien dies nicht zu sehr interpretieren sollten.

Serbiens Extraweg

Wer etwas mehr als zwei Jahrzehnte zurückblickt, dem wird schnell klar warum Serbien der Außenseiter in Europa ist und bleibt. Mit der Beschaffung von Waffensystemen „bei der Konkurrenz“ verärgert es selbstverständlich die für die EU zuständige Waffenmafia. Das wird Serbien bei seinem Kauf einkalkuliert haben. Einen ähnlichen Sonderweg, der bis heute für allerhand Zwist sogar innerhalb der NATO sorgt, ist die Türkei gegangen. Allerdings bevorzugte die Türkei russische SS-400 Raketen. Damit kann sie sich im Bedarfsfall an ausgedehnteren Feuerwerken an der europäisch-asiatischen Front beteiligen.

Die historische Belastung Serbiens zum Rest der freundlichen und waffenstarrenden Staaten dieser Welt ist hinlänglich bekannt. Dazu pflegt Serbien ein eher entspanntes Verhältnis zu Russland. Die mangelnde Beteiligung an den Russlandsanktionen, bringt es weiter in Verruf. Das kann man hier nachlesen: Serbien lehnt Sanktionen gegen Russland weiterhin ab … [Euractiv]. Serbien könnte sowas schon als Bedrohung auffassen. Und wenn man ehrlich bleibt, dann ist es das auch. Spötter möchten jetzt noch ergänzen, dass sich Serbien damit einmal mehr und wieder als Bombenabwurfplatz an der Adria qualifiziert.

Eine andere Meinung zu haben, als die auf der transatlantischen Steuerungsbrücke zugelassene, ist zu jeder Zeit ein beträchtliches Risiko. Deutschland ist da fortschrittlicher und kuscht bereits im Vorfeld unter totaler Leugnung eigener Bedürfnisse. So sollen echte US-Vasallen ja auch funktionieren. Dazu neigt das rebellische Serbien so gar nicht und beschwört damit eine weitere humanitäre Befreiungsaktionen durch die NATO-Allianz herauf. Jetzt ist vielleicht etwas verständlicher, warum Serbien die günstigeren China-Böller bevorzugt.

Was bedeutet das für Europa?

Nun, Europa ist borniert genug, als dass es den Dialog mit Serbien verweigern kann. Wer nicht spurt bekommt die Kelle. Ein weiteres großes Problem Serbiens ist, dass es die gleichen Farben in seiner Flagge führt wie Russland. Das macht es verdächtig und kann bei dem vorherrschenden IQ innerhalb der EU schnell mal zu Verwechselungen führen. Und da das Verhältnis zwischen Serbien und Kroatien und einigen anderen Nachbarstaaten immer noch einem großen Pulverfass gleicht, darf mit Extra-Feuerwerk gerechnet werden.

Selbst wenn Kroatien das benachbarte Serbien überfallen würde, wüsste man auf welcher Seite die NATO stünde. Das kann man im Bedarfsfall passend hindrehen. Darin haben die Großen schon reichlich Erfahrung. Und diese Postille schmückt das Thema noch etwas anders aus: China liefert mitten im Ukraine-Krieg Waffen nach Serbien … [NZZ]. Da redet man gar schon von einer „chinesischen Machtdemonstration“. Sicherlich tut man das auch, um die Stimmung ein wenig einzuheizen.

Wenn die USA Waffen an den IS oder andere Terroristen liefern, um beispielsweise Russland zu schwächen, dann ist das zwar auch eine Machtdemonstration, aber die nennt sich „humanitäre Hilfe“. Vielleicht sollten die Chinesen ihre Lieferungen nach Europa ähnlich deklarieren. Und für Europa ändert sich eigentlich gar nichts, es wird Opfer US-imperialer Politik bleiben und reichlich dafür bluten. Man erhöht weiters die Chancen wieder richtige Ballereien auf europäischem Boden abhalten zu können. Jetzt muss man nur Russland noch weiter in die Enge treiben, dann könnte das schneller gelingen als wir uns umschauen können. Und um beim Thema Waffenlieferungen zu bleiben … die Bestückung der Ukraine mit solchem Zeugs soll Russland bitte nicht als Machtdemonstration begreifen, sondern lediglich als nette Einladung zum Dialog. Schon klar. Vielleicht hat Serbien mit dem Kauf dieser Böller ähnliches im Sinn gehabt, wer weiß?

Der Beitrag Internationale Waffentests bald live in Europa? erstrahlte zuerst auf QPress.


Eine Antwort zu „Internationale Waffentests bald live in Europa?“

  1. Avatar von Rumpelstilzchen
    Rumpelstilzchen

    Man könnte das Auswärtige Amt von Kriegstreiberministerin ANAL-ena Baerbock und das Wirtschaftsministerium von Habe-keine-Angst-vor-Atompilzen-Minister-Darsteller und Kuhscheißestapler Habeck nach meinem Dafürhalten als Gelände für den Test russischer Atomwaffen bevorzugt wählen.

    Der Schaden wäre schnell geschätzt.

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