Puppe statt Partnerin?


Wohin entwickelt sich eine Gesellschaft, in der “Liebespuppen” und Sexroboter kein Tabu mehr sind? Es gibt schon seit Jahren sogenannte “Puppenbordelle”, neuerdings auch in Berlin. Was sagen wissenschaftliche Studien zu den Risiken?

Der Markt für hochpreisige Sexpuppen, sogenannte „Real Dolls“, wächst seit Jahren, die Pandemie hat das beschleunigt. Welche Einstellungen haben die Besitzer der Puppen gegenüber echten Frauen und welche Auswirkung hat die Puppennutzung auf ihr eigenes Leben? Das haben Prof. Dr. Johannes Fuß und Jeanne Desbuleux vom Institut für Forensische Psychiatrie und Sexualforschung der LVR-Universitätsklinik Essen untersucht, das zur Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) gehört. Heraus kam unter anderem: Je stärker die Puppe als Mensch gesehen wird, desto negativer fällt das Frauenbild aus. Das Journal of Sex Research berichtet.

Die Puppen werden kontrovers diskutiert. „Die einen befürchten, dass die zunehmende Ähnlichkeit zu Menschen dafür sorgt, dass Nutzer auch echte Frauen stärker als Objekt wahrnehmen“, erklärt Johannes Fuß, Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie und Sexualforschung. „Die anderen hingegen hoffen, dass die Puppen Personen bei der Auslebung ihrer Sexualität helfen könnten, für die dies mit anderen Menschen nicht möglich ist.“ Derzeit richten sich Sexpuppen besonders an heterosexuelle Männer, die sie entweder nur als Sexspielzeug nutzen oder mit der Real Doll in einer Art partnerschaftlicher Beziehung leben.

Das Forschungsteam befragte 217 heterosexuelle Männer zwischen 18 und 77, die eine solche Puppe besitzen. Das Ergebnis: Fast 24 Prozent gaben an, ihr Verhalten gegenüber Frauen habe sich geändert. Vor allem Männer, die mit einer Sexpuppe partnerschaftlich zusammenleben, fühlten sich von Frauen unabhängiger und interessierten sich weniger für eine echte Partnerschaft. Die Körper echter potenzieller Partnerinnen fanden sie weniger attraktiv.

„Darüber hinaus gaben fast 9 Prozent der Befragten sexistische oder objektifizierende Antworten. Allerdings berichteten circa 6 Prozent der Probanden, dass sich ihr Frauenbild seit Puppennutzung verbessert habe“, erläutert die Sexualwissenschaftlerin Jeanne Desbuleux, die die Studie mit Fuß durchgeführt hat. „Frauenfeindliche Denkmuster sind in unserer Gesellschaft jedoch leider Alltag, sodass wir nicht wissen, ob der Real Doll eine ursächliche Rolle zukommt“, führt sie aus. Insgesamt zeigten die Ergebnisse der Studie, dass die Zuschreibung typisch menschlicher Gefühle wie Liebe, Eifersucht und sexueller Erregung auf die Puppe mit einer frauenfeindlichen Einstellung einhergehe. Dieses Phänomen trete vor allem bei denen auf, die mit ihrer Puppe eine partnerschaftliche Beziehung führen.

Link zur Originalveröffentlichung:
Is the Anthropomorphization of Sex Dolls Associated with Objectification and Hostility Toward Women? A Mixed Method Study among Doll Users https://doi.org/10.1080/00224499.2022.2103071


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Kommentare

9 Antworten zu „Puppe statt Partnerin?“

  1. Rumpelstilzchen

    Mein Vorschlag wäre: Jedem hereingeflüchteten männlichen Neubürger gratis ein solches Zauberpüppchen schon beim Grenzübertritt in die Hände zu drücken. Sicher ist sicher. Diese Vorgehensweise hülfe, die PKS zu “verschönern” (wer es glaubt)
    Vielleicht arbeitet die zauberhafte Nancy ja schon daran. Auch ausgesprochene Kampflesben dürfen Gefallen an diesem Männerspielzeug finden. Von daher könnte das eine “geile Geschäftsidee” im wahrsten Sinne des Wortes werden.

    1. Ralf.Michael

      ;o)))

      1. Peinlicher geht ‘s nicht mehr: Schon wieder Grimme-Preis für ZDF-Brechmittel Böhmermann
        ohne puppe– lach

        Wer zum Masochismus neigt, kann sich am 21. April um 22.25 Uhr auf “3sat” eine zweistündige Zusammenfassung (!) der inzestuösen Selbstbeweihräucherung des linken deutschen Medienkartells antun, die unter der Bezeichnung “Grimme-Preis” firmiert: Die seit 1964 verliehene Auszeichnung sollte ursprünglich eigentlich “herausragende Beiträge im Journalismus” und im Unterhaltungsbereich würdigen. Seit vielen Jahren ist die Verleihung jedoch zu einer Fremdschäm-Veranstaltung degeneriert, bei der sich die immer gleichen Figuren Preise für die immer gleichen vorhersehbaren Ausdrücke ihrer Ideologie nachwerfen. Das ZDF wird in diesem Jahr allein mit sieben Auszeichnungen bedacht. Darunter ist auch einmal mehr der vom Sender als „Satiriker“ verkaufte linksradikale, uninspirierte, unoriginelle und unlustige, aber dafür umso verlogenere Demagoge Jan Böhmermann erhalten, der den Grimme-Preis bereits zum sechsten (!) Mal für seine primitive woke Propagandashow „ZDF Magazin Royale“ einsacken darf.

      2. Die sind allerdings nicht billig… So zwischen 1800-3000 Euro muss Mann schon ausgeben.

        Dafür kann man die dann auch auf Körperwärme aufheizen. Hatte mir die Verkaufsseiten mal angesehen, weil ich wissen wollte, was da eigentlich angeboten wird…

        Die werden individuell nach Kundenwunsch gebaut. Man kann sich da die Körperformen, Gesicht, Haarfarbe, Größe usw. aussuchen.

        Ich glaube es gab sogar schon welche mit Sprachsoftware. Dann können die allerdings keinen Oralverkehr.

  2. Eugen Karl

    “Je stärker die Puppe als Mensch gesehen wird, desto negativer fällt das Frauenbild aus. ” – Nichts als die alten feministischen Phrasen! Offenbar fürchtet man an der Männerhasserfront bei Emma & Co. um die weitere Erpreßbarkeit der Männer, die einfach die Schnauze voll haben von Dauermanipulation, Kindesentzug und Unterhaltszahlungen. Sie mögen einmal nachlesen bei Esther Vilar (“Der dressierte Mann”) oder Helen Smith (“Männerstreik”).

  3. Hab im Fernsehen mal einen Bericht gesehen, da hat ein Japaner eine Manga Puppe geheiratet. Die sitzt bei ihm am Tisch und er nimmt sie überall mit hin. Die Berichterstattung war so, als sei das das Normalste von der Welt.

    1. Rumpelstilzchen

      Dieser Japaner ist schlau: Der hat sich so schon einmal das Scheidungsproblem samt Unterhaltszahlungen vom Leib gehalten….;-)

      1. Und vor allem gibt sie keine Widerworte …😄

        1. Die Japaner kennen unsere sexuellen Tabus nicht.

          Das muss mit der Geschichte des auf engem Raum mit Papierwänden leben liegen, wenn man wahrscheinlich noch fünf Häuser weiter weiß, ob und wie der Nachbar am Tage Sex hatte…