MKUltra: Selbstmord eines Kämpfers für Deindustrialisierung

Ted Kaczynski 1999 im Gefängnis

Das MKUltra-Programm war ein geheimes Forschungsprogramm der CIA, das in den 1950er Jahren begann und bis in die 1970er Jahre durchgeführt wurde. Das Programm hatte das Ziel, Möglichkeiten zur geistigen Beeinflussung und Manipulation von Menschen zu entwickeln und wurde auf grausame Weise durchgeführt, einschließlich des Einsatzes von Drogen, Elektroschocktherapie und Isolation. Viele Opfer des Programms, darunter auch unschuldige Menschen, erlitten schwere Schäden, die oft ein Leben lang anhielten. Es war eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der CIA und ein erschreckendes Beispiel für den Missbrauch staatlicher Macht. So weit die offizielle Version, die bereits schlimm genug ist. Zahlreiche Attentate, u.a. auf US-Präsidenten, werden mit MKUltra in Verbindung gebracht, was meist als „Verschwörungstheorie“ abgetan wird.

Das wohl prominenteste Opfer von MKUltra war der als Unabomber bekannt gewordene Ted Kaczynski. Er wurde letzte Woche tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Für seine Angehörigen steht fest, dass er Selbstmord begangen hat. Die Behörden untersuchen den Fall noch, sehen aber auch Anhaltspunkte dafür.

Kaczynski stand seinerzeit als hochbegabter Professor für Mathematik eine glänzende Karriere in Berkeley in Aussicht. Doch schon 1969 kündigte er seine dortige Stellung im Alter von 27 Jahren, um ein Lebens als Einsiedler in den Wäldern Montanas zu führen. Er lebte in einer selbst gebauten Hütte auf einem Stück Land, das er mit finanzieller Hilfe seiner Familie erworben hatte. Als er 1978 mit seiner Reihe von Anschlägen begann, tappten die Ermittler zunächst im Dunkeln, dann nannten sie den unbekannten Täter “Unabomber”, weil seine ersten Ziele Universitätsprofessoren oder Fluggesellschaften (Airlines) waren.

Zwischen 1978 und 1995 hat Kaczynski insgesamt 16 Paketbomben verschickt, durch die drei Menschen getötet und weitere 23 verletzt wurden. Im Juni 1995 sandte er ein 35.000 Wörter umfassendes Manifest mit dem Titel “Industrial Society and Its Future” an mehrere Zeitungen und bot an, seinen Bombenkrieg einzustellen, wenn es veröffentlicht wurde. Schließlich stimmten die New York Times und die Washington Post zu, das Manifest zu veröffentlichen, und es wurde im September 1995 gedruckt. Daraufhin schöpfte Kaczynskis jüngerer Bruder David Verdacht, dass es sich bei dem Unabomber um seinen Bruder handeln könnte und informierte das FBI. Hier klafft eine erhebliche Lücke in den offiziellen Darstellungen, denn erst am 3. April 1996 wurde der Unabomber in seiner Hütte in Lincoln vom FBI festgenommen. 1998 wurde er zu achtmal lebenslänglicher Haft verurteilt.

Wie aus seinem Manifest ersichtlich, sollen Hass auf die moderne Technologie das Motiv für Kaczynskis Anschlagsserie gewesen sein. Ebenso plädierten seine Anwälte, wie auch die Familie auf “schuldunfähig”, weil er an einer psychischen Erkrankung leide. Kaczynski selbst lehnte diese Verteidigungsstrategie ab, unternahm sogar einen Selbstmordversuch, als das Gericht ablehnte, seine Anwälte von ihren Mandat zu entbinden. Später stimmte er einem Gutachten zu, dessen umstrittenes Ergebnis die Diagnose “Paranoide Schizophrenie” war. Für die Öffentlichkeit war damit der Fall erledigt, doch immer wieder gab es auch Stimmen, die für Kaczynskis Absturz und spätere Anschlagsserie seine Teilnahme am MKUltra Programm verantwortlich machten. Er selbst schrieb dem Einfluss des Programms auf seine Entwicklung keine besondere Bedeutung zu, doch es könnte auch ganz anders gewesen sein. Handelte er wirklich alleine, wie die Ermittlungen ergeben haben? Kaczynski hatte anfangs immer wieder von einer Gruppe, dem Freedom Club (FC), gesprochen, der er angehöre. Er bekannte sich auch zunächst nur zu vier Attentaten auf “zufällig ausgewählte Opfer” und plädierte auf nicht schuldig, dann aber nahm der Prozess ein überraschendes Ende, weil er ein “vollständiges Geständnis” ablegte. Niemand hatte damit gerechnet.

Der Fall bleibt bis heute widersprüchlich. Hat er nun seine Opfer bewusst ausgewählt, um wie in seinem Manifest gefordert, auf die Gefahren durch die “Technologische Gesellschaft” aufmerksam zu machen oder nicht? Warum legte er eine jahrelange Pause ein? Wurde er vielleicht deaktiviert, weil er immer noch Teil des MKUltra-Programms war und dann später wieder aufgeweckt? Und wenn ja, warum? Was könnte das Ziel der Hintermänner gewesen sein? Ging es dabei, Auftragsmorde zu vertuschen (vergl. RAF-Phantom) oder einfach weiter auszutesten, zu welchen Taten man Opfer wie Kaczynski durch gezielte Manipulation treiben konnte? Der Unabomber nahm dieses Geheimnis mit ins Grab.

Sein Manifest aber bleibt erhalten und es beschreibt sehr eindringlich, was passieren würde, wenn eine grüne Partei in den USA die Macht übernimmt:

Wenn man sich vorstellt, daß eines Tages irgendeine “grüne” Partei im U.S. Kongreß bei den Wahlen die Mehrheit bekommt, würde diese versuchen das Wirtschaftswachstum einzuschränken, um das Ansehen ihrer Ideologie zu erhalten. Dem Durchschnittsbürger würden die Folgen katastrophal erscheinen: es gäbe dann Massenarbeitslosigkeit, Engpässe bei der Versorgung usw. Selbst wenn man die schlimmsten Folgen durch übermenschlich geschicktes Management verhindern könnte, würden die Menschen eine Menge Luxus aufgeben müssen, an den sie gewöhnt sind. Die Unzufriedenheit würde wachsen, die “grüne” Partei würde abgewählt werden und damit hätten die Revolutionäre einen ernsten Rückschlag erlitten.

Die Industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft von Theodore J. Kaczynski

Das klingt gespenstisch aktuell. Die Deindustrialisierung läuft in Deutschland genau so ab, wie von Kaczynski beschrieben. Und auch der steigende Unwillen gegen den Ausbau der Überwachungsstrukturen ist seit “Corona” deutlich zu beobachten.

Die Revolution gegen die Technologie wird wahrscheinlich eine Revolution von Außenseitern werden, eine Revolution von unten, nicht von oben.


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Kommentare

Eine Antwort zu „MKUltra: Selbstmord eines Kämpfers für Deindustrialisierung“

  1. Rumpelstilzchen

    Diese “Revolution” wird jedoch niemals aus dem “Kontakt-Schuld-Shithole Nr. 1” kommen.

    Wenn prinzipiell auch nix “gewiß” ist, DAS SCHON.