#Verkehrswende: Hersteller sollen Individualverkehr verharmlosende Spielzeuge aus dem Programm streichen

Droht bald das Aus für die Carrerabahn, Dampfloks und Modellautos im Kinderzimmer? Wenn es nach dem Willen der schwedischen EU-Kommissarin für Umwelt, Verkehr und Energie, Lina Nyabonde, geht, sollen Spielzeuge, die den Individualverkehr verharmlosen, noch in diesem Jahr europaweit aus den Verkaufsregalen verschwinden. „Wir müssen die Kinder von klein auf zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten erziehen und ihnen beibringen, wie egoistisch es ist, mit einem PKW von A nach B zu fahren“, so Nyabonde gegenüber FrechePResseNet. „Das muss soweit gehen, dass sie gar nicht erst einen Führerschein machen wollen wenn sie größer sind, sondern lieber mit dem Bus fahren. Verantwortung für Eltern fängt unterm Weihnachtsbaum an. Ich wünsche mir, dass dieses Jahr ganz viele Modelle von Elektrobussen verschenkt werden und solche Umweltmonster, wie Dampflokomotiven nicht weiter verniedlicht werden.“

Das Europaparlament hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf bereits vorgelegt bekommen, noch vor Ablauf der Sommerpause soll darüber entschieden werden, damit die Hersteller entsprechend umrüsten können. Doch nicht nur Spielzeuge zum Anfassen, sondern auch Bücher, wie „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, die Zeichentrickserie „Thomas und seine Freunde“, Kinofilme, wie „Herbie, ein toller Käfer“ und Videospiele, die Autorennen verherrlichen sind dann von dem Verbot betroffen. „Wir können doch nicht saubere Energie predigen und die Kinder mit solchen Ressourcenfressern spielen lassen“, verteidigt Nyabonde sich gegen jede Kritik. „Zudem wird auch dafür meist teure Energie verschwendet. Muss das wirklich sein?“ Da immer noch viele männliche Kinderinnen bevorzugt solches Spielzeug geschenkt bekämen, plant die Umweltkommissarin auch eine breite Kampagne, um Eltern und Großeltern für die Problematik sensibel zu machen. „Althergebrachte Rollenbilder müssen der Vergangenheit angehören.“

Bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Richtlinie für umweltbewusste Spielzeuge und gendergerechte Kindererziehung müssten aber die Behörden einschreiten und Erziehungsdefizite genauso hart bestrafen wie Kindesmissbrauch. „Wenn man Kinder zu umweltschädlichem Verhalten erzieht, drohen im Zweifelsfall auch Haftstrafen, nur so können wir den Planeten vor seiner größten Bedrohung retten,“ führt Nyabonde abschließend aus.