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Zum Artikel „Die Saalfeld-Falle“ von Aya Velázquez

von Stefan W.|

Der Artikel über das Interview mit André Krengel stellt eingangs die Frage, wie es der Organisation „Querdenken“ gelang alle Kritiker unter dem zunächst positiv konnotierten Begriff des „Querdenkers“ zu subsumieren und einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz zuzuführen. Diese suggestive Frage stellt das Framing und die Beobachtung durch den Verfassungsschutz nicht als von außen geschehen dar, sondern als durch die Organisation selbst verursacht. Geradezu lächerlich scheint diese Vermutung, wenn man sich die Probleme beim NPD-Verbotsverfahren durch die weitgehende Infiltrierung durch den Verfassungsschutz in Erinnerung ruft. Ähnlich die Konklusion, dass Michael Ballweg mit dem Treffen in Saalfeld der Bewegung eine Falle gestellt hätte, was lediglich die Vermutung der Autorin und ihres Gesprächspartners ist. Deren Suggestion wird durch das kurz zuvor hervorgehobene Wort „Honigtopf“ assoziativ unterstrichen. Aus der Geheimhaltung des Treffens, die bereits durch die damaligen Corona-Maßnahmen sinnvoll erscheint, eine Falle und Täuschung zu machen, ist mehr als weit hergeholt, im Falle der Täuschung schlicht falsch.

Die Erwähnung des „Mutes“, den man anscheinend braucht, um sich über Organisationsstrukturen bei „Querdenken“ öffentlich zu äußern, lässt die vom Mainstream ausgetretene Gefährlichkeit solch „staatsfeindlicher Strukturen“ aufleben und erhöht beim Leser eigennützig den Wert der Recherche. Letztlich lässt der Artikel keinen Zweifel, dass die Autorin sicher ist, dass Michael Ballweg Teil des Verfassungsschutzes sei und die Querdenken-Bewegung gegen die Wand gefahren werden sollte. Weshalb sollte der Staat aber das Risiko einer kritischen Bewegung mit weit über 100 000 Menschen auf den Straßen der Hauptstadt zunächst in Kauf nehmen, um anschließend diese Bewegung diskreditierend zu vernichten?

Die Art der Diskreditierung von „Querdenken“ in dem Artikel unterscheidet sich in keiner Weise vom Mainstream, der nicht die Argumente des Gegners entkräftet, sondern politische Ideen außerhalb des Meinungskorridors verortet und Kontaktschuld als einziges Argument anführt. Wenn die Autorin auf diese Weise den Mainstream beeinflussen, einzelne Spiegel-Reporter von ihrer demokratischen Aufgabe überzeugen und ihre Anschlussfähigkeit gewährleisten will, was sie auf ihrem Telegram-Kanal äußert, bedient sich Aya Velázquez der gleichen Mittel und kann sich kaum glaubhaft vom Framing der Mainstreammedien distanzieren.

Obwohl André Krengel als eingefleischter „Linker“ den Vortrag von Peter Fitzek als „nicht vollkommen uninteressant“ beschreibt, sei dieses Treffen eine strategische Dummheit, die nicht zum Profil des Michael Ballweg passt und damit die These der gesteuerten Opposition belege.

Die im Artikel verfolgte Verschwörungstheorie, dass Michael Ballweg Kontakte zu Microsoft, Bosch und Daimler hatte und deshalb „hochgradig … [in die] Überwachungsphilosophie der Vierten Industriellen Revolution [involviert]“ sei, ist Füllwerk ohne Substanz, die den Kernvorwurf im Sinne eines „es gäbe noch so viel zu sagen“ zu stützen sucht, wie das Wachs die Federn bei Ikarus. Nicht zuletzt wird die Neiddebatte mit Fragen nach Spenden und Transparenz, wie bei einem gemeinnützigen Verein oder dem Bericht des Bundes der Steuerzahler eröffnet. Demgegenüber hat der Bürger tatsächlich das Recht zu wissen, welchen Unsinn der Staat mit seinen Steuern treibt. Jeder Youtuber, Aktivist oder Journalist, der sich in den Dienst der Öffentlichkeit stellt, darf seine versteuerten Zuwendungen allerdings außerhalb der Augen selbsternannter Moralwächter frei verwenden. Wer wirklich glaubt, dass sich Bodo Schiffmann, Michael Ballweg oder Alexander Ehrlich durch ihren Aktivismus in ihrer ökonomischen Stellung verbessert hätten, ist von Neid auf das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit zerfressen und schließt meist vom eigenen Egoismus auf andere.

In Mitte des Artikels wird Impetus und Stein des Anstoßes offenbar: „Patriotismus und das Hantieren mit nationalen Symboliken, inklusive der Deutschland-Hymne, gilt als ‚rechts‘“ nährt

André Krengel das einseitige Narrativ ohne zu verstehen, dass in einer diametralen politischen Einordnung der übergriffige Staat nicht anders als links zu verorten ist. Nicht die Unterscheidung zwischen Weltbürger und Nationalstaat ist Kern der Trennung zwischen rechts und links, sondern das kantianische Vertrauen in den Bürger als freier, selbstbestimmter und vernunftbegabter Souverän, der keinen pädagogischen oder paternalistischen Staat benötigt, sondern selbst in Freiheit über den Staat bestimmt.

Die linke Kritik des Artikels richtet sich gegen eine Gruppe, die über grobe politische Differenzen und unterschiedliche Hautfarbe hinweg, die Nationalhymne als Erinnerung an die Konstitution Deutschlands singt, dem Ursprung unserer Demokratie, die nur in gemeinsamer Sprache konsistent sein kann. Die späte Erkenntnis, dass ein nationales Band von gewisser Homogenität einem demokratischen Staat vorausgeht und erhalten bleiben muss oder der pawlowsche Beißreflex gegen alles, was nicht links ist und das mühsam inszenierte „rechts=böse“ in Frage stellt, scheinen hier Pate des Artikels zu sein. Die Autorin sollte sich dringend die Frage stellen, welche Wirkung Ihre Rufschädigung im Rahmen eines Kommentars entfaltet, wenn nicht zweifelsfrei ausgeräumt werden kann, dass es noch Menschen gibt, die aus freien Stücken und aus Liebe zur Wahrheit, zur Freiheit und ihrem Vaterland, einen Teil ihres Vermögens, den eigenen Ruf und ihre künftigen Verdienstmöglichkeiten für den Erhalt einer freien, nicht linken Gesellschaft aufs Spiel setzen.


Link zum Artikel: https://ayavela.substack.com/p/die-saalfeld-falle

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7 Antworten zu „Zum Artikel „Die Saalfeld-Falle“ von Aya Velázquez“

  1. Avatar von OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch
    OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

    Naja. Bin ich jetzt schlauer?

    1. Avatar von Rumpelstilzchen
      Rumpelstilzchen

      Besser informiert…;-)

      1. Avatar von OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch
        OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

        Nicht mal das. Denn dafür ist der Text zu langatmig und zu wenig eingängig. Alles bleibt dunkel.

  2. Avatar von Eugen Karl
    Eugen Karl

    Nach Frau Velásques ist bekanntlich alles kontrollierte Opposition, z.B. auch der Corona-Ausschuß – alles, nur sie selbst nicht. Da sollte man einmal darüber nachdenken.

  3. Avatar von Ralf.Michael
    Ralf.Michael

    Es ist immer wieder faszinierend, welchen Schwachsinn sich manche Leute (vor allem Feminoiden) aus ihren Fingern saugen…..

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    1. Avatar von Rumpelstilzchen
      Rumpelstilzchen

      Die östrogenal-feministische Resistance ist einfach unwiderstehlich cerebralphimotisch…;-)

  4. Avatar von ClaudiaCC
    ClaudiaCC

    Wenn Oppositionelle sich öffentlich streiten und bekannt gewordene Widerständler diffamieren, besorgen sie das Geschäft der reGIERenden Corona-Hetzer. Die freuen sich, dass ihre Saat der Spaltung, Vereinzelung und Kriminalisierung aufgeht.
    Den ursprünglichen Artikel des Abtrünnigen, der hier rezensiert wird, habe ich gelesen:
    nix ausser Framing, Mutmassungen und Verdächtigungen.