“Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen”: Demonstration gegen Lockdown in Melbourne

Hunderte von Demonstranten gingen am Donnerstag in Melbourne auf die Straße, als in der zweitgrößten Stadt Australiens der sechste Lockdown in Kraft getreten ist. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die nicht genehmigte Versammlung zu beenden. Nach vorläufigen Angaben wurden während des Protests mehrere Festnahmen durchgeführt.

Weil im gesamten Bundesstaat Victoria acht neue Corona-Fälle gemeldet worden waren, begann am Donnerstag der Lockdown für sieben Tage. Die Einwohner Victorias dürfen ihr Zuhause nur noch mit einem triftigen Grund verlassen, z. B. um Sport zu treiben, Lebensmittel einzukaufen oder sich impfen zu lassen. Der Lockdown trat um 20 Uhr in Kraft.

Drei der neuen COVID-19-Fälle, die am Donnerstag gemeldet wurden, stammen aus einer unbekannten Quelle und konnten noch nicht zurückverfolgt werden. Bei diesen Fällen besteht der Verdacht, dass es sich um die Delta-Variante handeln könnte. Dieser Umstand und die geringe Impfquote in Victoria veranlassten den Premierminister des Bundesstaates Dan Andrews, den gesamten Bundesstaat abzuriegeln. Die Regierung fordert, dass 80 Prozent der Einwohner geimpft sind.

Im Laufe des Tages bezeichnete Andrews die Entscheidung, erneut in einen Lockdown zu gehen, als “sehr schwierig”. “Aber bei so wenigen Menschen in der Gemeinde, die überhaupt einmal geimpft sind, geschweige denn zweimal, habe ich keine andere Wahl, als den Rat anzunehmen, und wir müssen gemeinsam diese wichtige Entscheidung treffen, um die Sicherheit der Einwohner Victorias zu gewährleisten”, so der Premier. Seit Beginn der Corona-Krise sind in Australien 932 Menschen im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.