Verfolgung in China: Christen sollen „während Olympia unsichtbar bleiben“

man holding his hands on open book
Foto vonPatrick Fore on Unsplash

Vor dem heutigen Beginn der Olympischen Winterspiele hat China die engmaschige Kontrolle der Christen und ihrer Kirchen nochmals verschärft. Kirchenleiter in Peking erhielten eine behördliche Aufforderung, „in der Öffentlichkeit unsichtbar zu bleiben, um Konflikte zu vermeiden.“ Das berichtet das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Wer kirchliche Aktivitäten außerhalb der Sonntaggottesdienste durchführt, erhält von den Behörden eine „Einladung zum Tee“. In der Praxis bedeutet dies stundenlange Verhöre und Geldstrafen, auch mehrwöchige Haftstrafen sind möglich. 

Präsident Xi Jinping betrachtet den christlichen Glauben als Bedrohung für das Regime und will das Christentum „sinisieren“, d.h. der chinesischen Kultur und sozialistischen Werten anpassen. Ziel ist die absolute Kontrolle aller religiösen Aktivitäten und Inhalte. Der Druck auf Christen wird durch immer schärfere Zensur- und Überwachungsmaßnahmen ständig erhöht. Seit 2013 hat das Regime mehr als 20.000 Kirchen oder kirchliche Einrichtungen schließen oder zerstören lassen. Gottesdienste werden per Kamera überwacht, Kindern und Jugendlichen ist die Teilnahme verboten. Kreuze müssen abgehängt und durch Bilder von Xi Jinping ersetzt werden. Abweichler werden inhaftiert, wovon besonders Pastoren betroffen sind. 

Drastische Einschränkungen für christliche Inhalte im Internet

Am 1. März tritt eine weitere Verordnung in Kraft, mit der die Nutzung des Internet für das Teilen religiöser Inhalte deutlich eingeschränkt wird. Beschlossen und veröffentlicht wurde das auf der „Nationalen Konferenz über religiöse Arbeit“ am 3. bis 4. Dezember 2021 in Peking. Demnach dürfen etwa Online-Predigten nur von religiösen Gruppen, Schulen und Kirchen organisiert und durchgeführt werden, die eine „Lizenz für religiöse Informationsdienste im Internet“ erhalten haben. Der Erwerb der Lizenz ist mit sehr hohen und die Glaubensfreiheit stark einschränkenden Hürden verknüpft. Ein privater Blog mit christlichen Inhalten ist etwa nicht mehr zulässig. Ohne Lizenz dürfen religiöse Online-Aktivitäten nicht organisiert, live übertragen oder aufgezeichnet werden. Dadurch ist sowohl die Verbreitung christlicher Inhalte als auch die Nutzung des Internet für virtuelle Zusammenkünfte fast unmöglich. Angesichts der umfassenden Verlagerung vieler kirchlicher Aktivitäten auf das Internet im Rahmen der Pandemie, sind die Folgen der Verordnung kaum abzuschätzen. 

China hat sich auf dem Weltverfolgungsindex, der Rangliste der 50 Länder in denen Christen am stärksten verfolgt werden, von Rang 43 im Jahr 2018 auf aktuell Rang 17 verschlechtert. Open Doors ruft die Christen in Deutschland zum Gebet und zur Unterstützung der Christen in China auf.

1 Kommentar

  1. Eingefleischte Kommunisten haben es ja bekanntlich „nicht so“ mit Religion. Ganz im Gegenteil: Religionen sind quasi DER FEIND, weil sie die Macht untergraben können.

    Wer die „Politik“ des Vatikans und der deutschen Kirchenfürsten in den letzten Jahren allerdings aufmerksam verfolgt hat weiß, dass es derzeit keinen größeren und übleren Christenfeind gibt, als den Vatikan selbst. Die Stichworte Migration und IMPFEN mögen an dieser Stelle genügen.

    Deshalb braucht man sich da jetzt auch über die Chinesen nicht so sonderlich aufregen.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

TippTopp

Mit dem digitalen Euro stirbt auch das letzte 1 Prozent Freiheit

Früher nur ein Thema für Verschwörungstheoretiker wie mich, heute ist der Digitale Euro im Mainstream angekommen. Den Unionspolitikern kann es gar nicht schnell genug...

Darum sind #Affenpocken so gefährlich und wie wir eine Ausbreitung verhindern

Der Erreger und die von ihm ausgelöste Krankheit sind eigentlich ungefährlich, doch Affenpocken haben das Potential zur Pandemie, wenn sie nicht vor Ausbruch bekämpft...

Ist die Ukraine unterwegs zum „sicheren Endsieg“ oder wird sie von der russischen Pythonschlange...

Nicht-Teilnehmer der öffentlich-rechtlichen und sonstig medialen Volksverblödung haben von Anfang an gesagt: Die Ukraine kann den Russen in einem Vabanque-Krieg nicht standhalten.