Tagesscheisse: Afrikaner „erfindet“ Fernseher, der Energie erzeugt

Wer hat es nicht in der Schule gelernt? Das sagenhafte Perpetuum mobile ist eine physikalische Unmöglichkeit, genauso wie sich aus Quecksilber kein Gold herstellen lässt. Bei der Tagesschau nimmt man es nicht so genau mit den Naturgesetzen, wenn sie die Agenda nicht stützen. Da kann schon mal ein Stromfresser wie ein Fernseher plötzlich zur grünen Energiequelle werden.

Screenshot von tagesschau.de – hier archiviert: https://archive.ph/fAKfH

In den sozialen Netzwerken hat die „Nachricht“ schon einige Lacher produziert. Doch für wie dumm hält der Staatsfunk seine Zuschauer – oder ist es pure Absicht, den ausgepressten Gebührenzahlern zu zeigen, was sie mit deren Geld alles anstellen können?

Angeblich produziert der „Fernseher“, den der „Erfinder“ „erfunden“ haben soll Strom und benötigt kein Kabel zum Betrieb. Darüber hinaus kann er andere Geräte mit Strom versorgen, auch dann, wenn er gar nicht läuft. Die Energie bezieht der Fernseher aus Funkwellen, mehr verrät das Superhirn aus Simbabwe nicht dazu. Das wäre auch zu peinlich.

So haben Bastler immer wieder mal Lösungen präsentiert, mit denen sich Handys oder Taschenlampen wie von Zauberei oder freier Energie aufladen lassen. Wie das funktioniert ist übrigens Stoff der zehnten Klasse:

Mit solchen Tricksereien lassen sich natürlich nur kleine Geräte aufladen. Die großen Smartphonehersteller arbeiten schon seit Jahren daran, wie man Mobilfunktelefone zumindest aus drei Metern Entfernung aufladen kann. Und dafür braucht es dann trotz alledem – na was wohl? – ein Ladegerät. Nur eben kabellos.

Wie nun der afrikanische Wunderfernseher, übrigens ein ganz normales Markengerät, seinen Strom erhält, wird wohl auf einem ähnlichen Prinzip beruhen und „streng geheim“ gehalten. Energie, um auch noch andere Geräte mit zu versorgen, liefert das Ding mit 100prozentiger Sicherheit genauso wenig, wie das „Wasserauto“ des philippinischen Erfinders Daniel Dingle mittels selbst gebautem Reaktor den Verbrennungsmotor antreiben konnte. Auf den Schwindel waren vor über zwanzig Jahren nicht nur BILD, sondern auch Ingenieure bekannter Automobilhersteller hereingefallen.

Und plötzlich ergänzt die Tagesschau ihren Artikel wie folgt:

Anmerkung der Redaktion: Zu diesem Text erreichen uns kritische Reaktionen. Wir gehen dem nach.

Und hier zum Vergleich ein Screenshot der archivierten Erstfassung:

Was soll man dazu noch sagen?

Die Schülerprojekte (s. Video Nr. 1) haben das Prinzip ganz gut erklärt. Fast überall sind Funkwellen, wo die Welt voll mit elektrischen Geräten ist. Diese Quellen anzuzapfen bedeutet nicht, dass man Strom erzeugt, man nutzt ihn lediglich. Das ist weder grün, noch irgendwie besonders nachhaltig, denn ohne all diese Energiequellen funktioniert der Trick mit dem Fernseher nicht. Und gratis ist das ganze auch nicht. Zahlen müssen die, die ihren Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen oder ihn tatsächlich selbst erzeugen und durch solche „Erfindungen“ angezapft werden.

P. S. Der Artikel ist weg: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/erfinder-simbabwe-101.html

Der Original-Tweet wurde übrigens auch schon gelöscht: https://twitter.com/tagesschau/status/1570771239589015556

Hier noch einmal der Tweet im Archiv: https://archive.ph/AeTmm

Übrigens, ein Elektroauto, das sich selber lädt, hat der „Erfinder“ auch schon „erfunden“…

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