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Skandalöse Falschaussagen und die Reue eines Professors

von Adam Golkontt.

Am Donnerstag den 22. Juni 2023 stimmte der Deutsche Bundestag einstimmig für „die Errichtung eines Mahnmals für die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Zeugen Jehovas“. 

Trotz der Einigkeit unter den Parteien, hat die Rede des AfD-Bundestagsabgeordneten Dr. Götz Frömming ein unschönes Nachspiel für den Professor Dr. Wolfgang Benz gehabt, der als ehemaliger Leiter des Zentrums fürAntisemitismusforschung an der TU Berlin, oft als Sachverständiger in den Bundestag durch die etablierten Parteien eingeladen wurde.

Der AfD-Abgeordnete gab die von Benz in einem Vortrag öffentlich erhobenen Vorwürfe gegen die Kulturpolitiker im Bundestag wieder. Demnach sei die Entscheidung für das Denkmal „verschleppt“ und „vor der letzten Sitzung in der letzten Legislatur einfach von der Tagesordnung genommen worden.“ 

Die damalige und heutige Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien habe „im vertrauten Kreise“ die Worte geäußert: „Die Zeugen Jehovas werden niemals ein Denkmal bekommen“.

Diese Vorsitzende heißt Katrin Budde (SPD). Diese schrieb daraufhin am 4. Juli 2023 einen wütenden Brief an den Professor, in dem Sie ihm „Verleumdung“ und das Äußern von „Unwahrheiten“ vorwirft. Sie sei über seine „Art der öffentlichen Kommunikation“ und der „Diskreditierung des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien“ entsetzt. Sie „erwarte umgehend“ seine Antwort. (Der Schriftwechsel liegt der Redaktion vor)

Die Antwort des Professors kam am 18. Juli 2023 und er kriecht darin zu Kreuze. Er sei selbst „Opfer von Fehlinformationen“ geworden und habe „einer Quelle“ gefolgt, die er „für absolut seriös“ gehalten habe. Es sei ihm besonders peinlich, dass „ein Abgeordneter der AfD“ seine Äußerungen benutzt habe, um sie in der bekannten Art zu instrumentalisieren. Ihm liege die Diskreditierung der höchsten Organe der Demokratie „wirklich“ fern usw. und so fort. Das Antwortschreiben endet mit den Worten:

“Ich hoffe sehr, durch diese Ausführungen Ihr Entsetzen, sehr geehrte Frau Budde, wenigstens gelindert und mein Renommee als demokratischer Bürger reuig ein wenig aufgebessert zu haben.”

Die Antwort des Professors löst beim Kulturpolitiker und Bundestagsabgeordneten Dr. Frömming nur Kopfschütteln hervor. “Man sollte meinen, dass ein Professor für Zeitgeschichte seine Quellen gründlich prüft, bevor er sie sich zu eigen macht”, sagt Frömming und fügt hinzu: “Der gesamte Vorgang ist für die Beteiligten mehr als peinlich und wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verquickung von vermeintlich unabhängigen Sachverständigen mit den regierungstragenden Fraktionen.”



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