Schluss mit dem Dauerspektakel von Kaninchen und Schlange, weg mit den Sanktionen und Ostsee-Gas: Marsch!


Es muss am unbegrenzten Leidensvermögen der Deutschen liegen, dass sie klaglos – gerne Blockwart- und Meldungs-gestützt – jede Zumutung in Organisation umsetzen, die ihnen die Führung aufgibt. So spielten die Berliner Philharmoniker noch im Frühjahr 1945 im Bombenhagel auf Berlin und von der Dauerkatastrophe „DDR“ hieß es, wenn Sachsen ihn betrieben, funktioniere sogar der Sozialismus. Revolutionen sind heute in Deutschland zwar „fällig – aber verboten“ (A. Müller) und sie sind auch deshalb undurchführbar, weil man dazu den Rasen betreten müsste, womöglich noch ohne Maske. Der britische Bombardierer Churchill soll anlässlich der Verleihung des Aachener Karlspreises für besondere Verdienste herausgefunden haben, dass man die Deutschen entweder am Hals oder zu Füßen habe. Letztere Position scheint im postmodernen allgemeinen Chill- und Relaxzustand des Landes die naheliegende zu sein und wird bis heute bevorzugt, wenn der nötige Druck von oben oder von außen kommt. Und der ist massiv wieder da, unter anderem als drohende Energiekatastrophe.

An jeder Ecke eine Pythia, die weissagt, was nach dem Gasausfall los sein wird

Alles bibbert widerstandslos einem kalten Winter entgegen, denn bei halbvollen Speichern und Ansprüchen zur Mitversorgung unserer Nachbarländer hält der aktuelle Gasvorrat nur 6 Wochen. Pikantes Detail: Anders als Wasser kann man Gas für die Haushalte nicht rationieren. Es muss immer ausreichend Druck in den Leitungen sein, weil sonst in den Thermen der Häuser die Sicherungen rausfliegen, welche  einzeln durch Mechaniker wieder wieder angeschaltet werden müssen (hier). So viele Techniker gibt es gar nicht, Frau „Baerbock-Nie-mehr“. Da helfen auch keine Kobolde im Gasnetz, das die Energie speichern soll. Niemand kann nach allen Sanktionsschlägen, die man den Russen reingehauen hat, von ihnen verlangen, den Gashahn nach dem Wartungsstopp im Juli artig wieder zu öffnen. Entgegen der rot-grün-gelben Vorstellung sind Blockaden und Sanktionen nämlich kein Wunschkonzert, bei dem man sich die passenden Stücke aussuchen und verlangen kann, dass sie genau so gespielt werden wie bestellt. Da muss man mit Kontra rechnen und das könnte von der größten Rohstoffmacht des Globus so schmerzhaft ausfallen, dass wir schon heute eine Konjunktur der Ausfallsexperten, Warner, Ersatzphilosophen, Temperaturfühler, Hochrechner und des substanzlosen Kemfertismus haben, die uns den Dauerblick des Kaninchens auf die Schlange präsentieren. 

Sanktionen und Blockaden sind kein Wunschkonzert 

Die Russen sind seit je bereit und in der Lage, ein Vielfaches unseres Gasverbrauches zu liefern und das – Mengen-bedingt – zu relativ niedrigen Preisen. Aktuell müssen nur eine Zertifizierungs-Unterschrift her und die Blockaden weg, mit denen Frau B.’s Adlaten Russland „ruinieren“ wollen. Dass Lieferanten nicht ruiniert werden wollen, ist außerhalb der Berliner Regierung leicht zu verstehen und die Aufhebung der Sanktionen daher begründet.

Der Krieg und seine Verwüstungen müssen durch Waffenstopp und Verhandlungen beendet werden und das Gas muss fließen

Je schneller der furchtbare Krieg in der Ukraine beendet ist, desto besser. Ob dabei ein Landstrich diesem oder dem anderen Land zufällt und ob das USA-Interesse an Waffenverkauf und Zugang zum Schwarzen Meer befriedigt wird, ist für uns so lange nachrangig, wie wir unsere wirtschaftliche Existenz aufs Spiel setzen müssen, um den gegenläufigen US-Nato-Vorgaben zu folgen. Für Deutschland muss Schluss sein mit einer grünrotgelb-bunt dekorierten Folgsamkeit, die zur Selbstaufgabe führt.

Ein Kommentar

  1. Genau so ist es und unser Kanzler erwartet jetzt den großen Zusammenhalt. Nein Herr Scholz, wir müssen Energie sparen, weil wir Ihretwegen sie nicht mehr bezahlen können. Herr Scholz, diese Regierung ist allein Schuld und muss sofort zurücktreten. Ein hier immer kritisierter Präsident der USA sagte „Amerika first“, aber von ihnen möchte ich hören „zuerst das eigene Volk“

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