Man kennt es: Unsinnsprognosen und Kriegsrufe, so weit die US-Interessen reichen und andere – vorweg Deutschland – die Folgen bezahlen. Seit Jahrzehnten brechen die USA einen Krieg nach dem anderen vom Zaun – von Indochina über Nordafrika und Nahost bis in die Mitte Europas und lassen uns „teilhaben“ am Problem, dass ihre 1,4 Millionen aktiven Soldaten unter Waffen ohne Krieg nichts zu tun hätten und herumgammeln würden. Da eine herumlungernde Truppe sich zwar vermehrt, aber ebenso an Kampfkraft verliert wie ein Panzer oder Flugzeug, die in Korrosion stehen, muss das gigantische US-„Verteidigungs“ministerium stets neue Interventions- und Manöverideen liefern, die die Jungs und Madels mit ihren Schießgeräten, Flugzeugen und Schiffen in Trab halten. Die US-Armee ist zwar weniger gefährlich als sie aussieht, weil sie traditionell von Fahrrad- und Eselsarmeen in die ungeordnete Flucht geschlagen wird (Auskunft erteilen jeder Passant über 70 in Ho Chi Minh-Stadt und jedermann in Kabul). Aber die amerikanische Soldateska verfügt über Bomben, Raketen und andere Distanzwaffen, die schon ganze Landstriche in Schutt und Asche gelegt haben.
Diese „Beschäftigungsnotwendigkeit“ lässt folgern, dass auch der US-angeführte Ukrainekrieg nicht enden darf. Schon gar nicht mit der gewohnten Niederlage samt ungeordneter Flucht. Schließlich hatte man die Russen über Jahrzehnte mit Luftwaffen-Großmanövern und Herüberfliegen ganzer Panzerbrigaden an die russische Peripherie bedroht und ihnen zuletzt in bärböckig-aggressiver Sprache „Vertrauen angesagt“. Man hatte aber nicht bedacht, dass die strategischen Schachspieler im Kreml von (Aktien-)wertegestützten Politikern, die allenfalls zum Halmaspiel befähigt sind und eine Infantilpolitik á la Carte betreiben, nicht vital gefordert werden können. Infantiles Wunschdenken, Sanktionieren, Ruinphantasien und wirtschaftlicher Suizid-Masochismus verfangen zwar bei allen Blockparteien im Bundestag, nicht aber in der realen Welt. Es kommt, was kommen muss: Der letzte kampffähige Ukrainer ist in Sichtweite. Ergebnis der irren Politik : Blendende Geschäfte und riesige Vermögenszuwächse für die US-Wirtschaft und wirtschaftlich-finanzieller Bankrott samt unlösbaren Völkerwanderungsproblemen mit erneuter Teilung durch einen Eisernen Vorhang für Europa.
Noch mehr Angst soll das Maximum mobilisieren – wie gehabt
In dieser fatalen Lage muss das Äußerste mobilisiert werden, ganz wie in Berliner Sportpalästen noch geläufig. Als Volkssturm der Öffentlichkeitsmobilisierung lassen sich der Bundeswehrpolitologe Masala und der schillernde Münchener Rüstungskonferencier Lange in der „Zeit“ herbei und malen Gespenster in der gleichen irrealen Größe an die Wand wie Armeen in Berliner Bunkern kurz vor Torschluss halluziniert worden sind: Falle die Ukraine, seien auch wir weg vom Fenster. Ständige Luftschutzalarme aus den baltischen Räumen scheuchten uns so lange, bis womöglich der russische Durchbruch zum Atlantik erfolge. Wenn – ja, wenn – wir nicht weiter Waffen, Waffen und nochmals Waffen sowie Geld, Geld und nochmals Geld in die Ukraine schicken würden (hier, Bezahlschranke und hier, Referat). Selbstverständlich kommen die Bonifacii Kiesewetters und Stracks samt Hofreitenden als nächstes um die Ecke, um den Bundeswehreinsatz zu unser aller „Verteidigung“ zu fordern. Alles nur eine Frage der knapper werdenden Zeit.
Schluss mit der Verdummdeubelung des Publikums!
Die Öffentlichkeit und das feige Bürgertum müssen endlich aufstehen und ein Ende ihrer Lanz-Maischberg & Cie – Verdummdeubelung verlangen. Die Russen haben mit dem größten Land der Erde und ihrem Vielvölkerstaat soviel Brassel am Hals, dass sie alles andere brauchen können als die Akquisition weiterer „unruhiger“ Länder Europas. Die Balten und Anrainer werden das anders sehen, müssen sich aber sagen lassen, dass man den Mund nicht allzu weit aufreißen soll, wenn man klein, randständig und ausschließlich auf andere angewiesen ist. Das ist einfachste Lebenserfahrung, die der Infantilpolitik nicht hätte weichen sollen. Aber das ist nicht unser Problem. Klar ist, dass die Russen das Optimum haben, wenn sie uns die Pipeline-Hähne aufdrehen und wir bei ihnen die Kassen klingeln lassen. Die US-affinen Gespenster der Herrschaften Masala und Lange sollten als das decouvriert werden, was sie sind: Trojanische Pferde der Atlantikbrücken-Fritzen.



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8 Kommentare zu „Claas Relotius ist weg – die Politologen folgen nach: „Wenn die Ukraine verliert, sind wir alle dran““