Brudermorde und Kriegstreiberei: Die historische Blutschuld der Sozialdemokraten

Sie rühmt sich die älteste Partei Deutschlands zu sein – die „alte Tante SPD“ – und zeigt gerne auf die anderen, wenn es um historische Verantwortung geht. Als Persilschein dient der Sozialdemokratie die Verfolgung im Dritten Reich, aber reicht das, sich von der Schuld rein zu waschen, die auf ihr lastet?

Kommen wir zur ersten Ungenauigkeit, die man auch Etikettenschwindel nennen könnte. Den Titel „älteste Partei“ beansprucht auch die heute noch existente „Zentrumspartei“ mit dem Datum der Gründung vom 13. Dezember 1870. Die SPD trägt ihren Namen erst seit 1890 und ging aus mehreren Vorläufern hervor, so dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der 1863 gegründet wurde. Er stand in Konkurrenz zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei – beide fusionierten nach langen und zähen Grabenkämpfen 1875 zur „Sozialistischen Arbeiterpartei“.

Halten wir also fest: Die SPD als „geschlossene“ Partei trat als politische Kraft erstmals knapp 25 Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Erscheinung. Im Kaiserreich galten bis dahin die „Sozialistengesetze“, mit denen Bismarck die Massenbewegung in Schach halten wollte, was nur oberflächlich gelang. Die Repressionen hatten aber auch ein verdecktes Ziel des Reichskanzlers. Für eine Beteiligung an der Macht mussten die Sozialdemokraten erst geschliffen werden und Zugeständnisse machen. Bismarck „erfand“ den Sozialstaat, um die Arbeiterklasse für den Staat zu gewinnen und soll dazu wörtlich „oder soll ich sagen zu bestechen“ gesagt haben.

Die Taktik ging nicht ganz auf, die Sozialdemokraten wurden in den Jahren danach stärker und stärker und gefährdeten sogar eines der wichtigsten Vorhaben der Regierung: Den Krieg! Aber dann, plötzlich und unerwartet, kam die Kehrtwende. Die „vaterlandslosen Gesellen“ erklärten begeistert am 4. August 1914 ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten. Die SPD sowie die Arbeiterklasse seien auf die Propaganda hereingefallen, so wird es heute gerne dargestellt. Dabei stellten die Sozialdemokraten die größte Fraktion im Reichstag und hatten Großdemonstrationen gegen die Kriegstreiber organisiert – und dann will man dem Schwindel von der russischen Bedrohung aufgesessen sein? Das klingt nach einer typischen Verschwörungstheorie – Schuld tragen die Anderen.

Millionen Todesopfer, sinnlos an der Front verheizte junge Männer waren die Folge des sozialdemokratischen „Fehltritts“. Mit einem NEIN im Reichstag hätten die Genossen viel Gutes tun und Schlechtes verhindern können. Gleichzeitig hätte es wohl Bürgerkrieg und Revolution, die dann zum Kriegsende folgte, nach sich ziehen können. Vielleicht drohten auch einfach nur ein neues Verbot und Verhaftung wegen Hochverrat, vielleicht lockte auch die ein oder andere Belohnung nach Absprachen in Hinterzimmern, wer weiss es so genau, der nicht selbst dabei gewesen ist? In jedem Falle aber drohte ein Verlust der gerade erst gewonnen Macht, die man sich hätte neu erkämpfen müssen. Kann es also sein, dass den Leitgenossen von damals ein sicheres Plätzchen am Futtertrog lieber war, als das Leben der Arbeiterklasse?

Am 9. November 1918 übernahm Friedrich Ebert die Macht und der geschlagene Kaiser musste das Land verlassen. Die SPD befand sich auf einem wahren Höhenflug, doch die für Linke typischen Grabenkämpfe verschärften sich wieder. Der linke Flügel hatte sich bereits zu Kriegszeiten von der SPD abgespalten und nannte sich USPD – Unabhängige Sozialdemokraten. Noch radikaler agierte die KPD.

Als am 4. Januar 1919  der Berliner Polizeipräsident Emil Eichhorn abgesetzt wurde, tobten die Linken, denn Eichhorn war Mitglied der USPD. Einen Tag später, heute vor 102 Jahren, begann der Spartakus-Aufstand, die Besetzung des Zeitungsviertels, am Ende stand die blutige Niederschlagung der Revolutionäre und die Ermordung der KPD-Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch Freikorps. Die Freigabe zum Abschuss kam von der SPD in Gestalt von Genosse Reichswehrminister Gustav Noske, der laut dem ausführenden Offizier Waldemar Pabst auch Rückendeckung von Friedrich Ebert hatte.

Gustav Noske / Bundesarchiv, Bild 102-14240 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Noske zeichnete sich auch für die Niederschlagung der auf den Spartakusaufstand folgenden „Märzkämpfe“ in Berlin mit 1200 Toten verantwortlich. Und nochmals 5000 Tote werden für die Auseinandersetzungen in anderen Städten genannt, darunter die „Münchner Räterepublik“. Ist das wirklich alles, was der „Bluthund“, wie ihn seine Gegner nannten, auf dem Gewissen hat? Warum wurde diese historische Episode nie so genau aufgearbeitet, wie die 12 Jahre Nationalsozialismus?

Wenn in diesen Tagen wieder der Ermordung der linken Ikonen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedacht wird, kommt häufig das Zitat „von der Freiheit der Andersdenkenden“ ins Spiel, dass Brudermorde unter Linken eher die Regel, als die Ausnahme sind und Sozialismus und Kommunismus mit Freiheit nicht das Geringste zu tun haben, wird damit verschleiert.

Heute sitzen wieder „gemäßigte“ Linke, die sich Sozialdemokraten nennen und auf Länderebene wieder anschlussfähig sind, mit „Liberalen“ und „Grünen“ in einer Regierung. Ein fragiles Bündnis, das nur der Willen zur Macht eint. Die „vaterlandslosen“ Gesellen von damals sind zu „gottlosen Gesellen“ mutiert, die begeistert von der Presse den Amtseid in der säkularen Form leisten und Kindstötung im Mutterleib restlos entkriminisalisieren wollen, während männliche Küken künftig nur noch bis zum sechsten Tag ihrer Befruchtung geschreddert werden dürfen, weil bei ihnen ein Schmerzbewusstsein vermutet wird. So viel zu „Mitmenschlichkeit“ und „Solidarität“ mit Ungeborenen.

Apropos Kriegstreiberei. Hier schließt sich der Kreis. Der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr geht auf das Konto der rotgrünen Regierung unter Gerhard Schröder zurück. Der Ex-Kanzler gab später zu, dass der Krieg „völkerrechtswidrig“ gewesen sei, im Staatsfunk lief gar eine Dokumentation vom Krieg, der mit einer Lüge begann. Gemeint war das Märchen von angeblichen Konzentrationslagern in Fußballstadien.

Es kam zu Spaltungen bei Grünen wie Roten. Bei Außenminister Fischer bedankten sich die Fundis mit einem Farbbeutel, Finanzminister Oskar Lafontaine verließ das Kabinett und tauchte später mit den LINKEN wieder auf. Da erklärt es sich fast von selbst, dass Olaf Scholz keine Spaltung in der Gesellschaft erkennen will, sondern von „Roten Linien“ spricht, die nicht mehr existent seien.


Einige Fun Facts:

  • Verteidigungsminister von 1972 bis 1978: Unter „Soldatenvater“ Georg Leber (SPD) wurde die Bundeswehr weiter vergrößert.
  • Verteidigungsminister von 1978 bis 1982: Hans Apel (SPD) war der erste ungediente Verteidigungsminister. In seine Amtszeit fiel der NATO-Doppelbeschluss.
  • Verteidigungsminister von 1998 bis 2002: In die Zeit von Rudolf Scharping (SPD) fielen der Kosovo-Konflikt und die Anschläge vom 11. September 2001.
  • Verteidigungsminister von 2002 bis 2005: Peter Struck (SPD) formte die Bundeswehr zur Armee im Einsatz.
  • Die Neue: Christine Lambrecht (SPD) möchte als Verteidigungsministerin eine „ständige Evaluierung der Auslandseinsätze, sodass es jederzeit eine Exit-Strategie gibt.“ Als Justizministerin strebte sie eine Verschärfung des NetzDG an und wollte eine Meldepflicht für Upload-Plattformen im Kampf gegen „Hasskriminalität“ einführen.

Fotocredit: Bundesarchiv, Bild 102-00539 / Groß, Alfred / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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Eine Antwort zu „Brudermorde und Kriegstreiberei: Die historische Blutschuld der Sozialdemokraten“

  1. Avatar von Ralf.Michael
    Ralf.Michael

    Die Spezialdemokraten können es nicht und konnten es auch noch nie. So so, seit 1875 versucht man es also schon ? Was ? Die Bürger alle gleich Arm zu machen und dafür die Wüsten zu Blühen zu bringen ! Die sind jetzt aber echt hartnäckig, leider bis Heute immer noch erfolglos ;o)) Auch ein „Demokratischer Sozialismus“ unter Olaf wird sich als taube Nuss erweisen…..Liebe Grüsse an die KOMINTERN auch!