
Im Westen sind viele überrascht von der russischen Anerkennung der beiden – von der Ukraine separierten – Gebiete Donzek und Lugansk als eigene Volksrepubliken. Dabei ist die Anerkennung eine logische Folge der bisherigen politischen Entwicklung. Im Abkommen Minsk II wurde 2015 u.v.a vereinbart, dass Donzek und Lugansk regionale Wahlen, Selbstverwaltungen und einen Sonderstatus erhalten. Das aber wurde aus Gründen, die Russen und Ukrainer sich gegenseitig zuweisen, nicht umgesetzt. Damit blieben die beiden an Russland grenzenden Gebiete in einem Schwebezustand zwischen Selbstständigkeit und Integration in die Ukraine.
Mit der Anerkennung wies Russland den neuen Volksrepubliken das Recht zum „Hilferuf“ zu
Weder Russland noch die Ukraine haben nach Minsk II ein Recht, Donzek und Lugansk militärisch zu besetzen. Wenn aber die Nato auch noch in die Ukraine vorrücken würde, wären Donzek und Lugansk als indifferente Gebilde kaum noch selbstständig zu halten. Nach ihrer Anerkennung als unabhängige Volksrepubliken samt angeblich bereits geschlossenen „Verträgen über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe“ (hier) sind deren Regierungen aus russischer Sicht offiziell befugt, um militärische „Hilfe“ zu bitten, so wie sie in Weißrussland vor kurzem als Manöver stattgefunden hat. Das wäre aus russischer Sicht kein Angriff, sondern eine erbetene Unterstützungsleistung.


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Ein Kommentar zu „Warum Putin gar nicht anders handeln konnte, als Donzek und Lugansk anzuerkennen“