Schluss mit der deutschen Kriegsbeteiligung gegen Russland!

Der Verfasser hat die Weltkriegs-II-Folgen im Land erlebt und ist mit der Soldatengeneration der deutschen Wehrmacht aufgewachsen. Alle Kriegsschilderungen ließen ihm die Haare zu Berge stehen und es ergab sich automatisch das Fazit: Nie, nie mehr Krieg von deutschem Boden. Nie mehr gegen Russland und Freundschaft in Europa. Genau das haben die Väter des Grundgesetzes in ihrem Werk unter Anleitung der Alliierten niedergelegt und zur Bekräftigung ein ausdrückliches Recht aller Deutschen auf Kriegsdienstverweigerung verankert. Der bis 1989 folgende Wandel des Ostblocks durch Annäherung an den Westen und sein dadurch mit bewirkter Zerfall führten zum Rückzug der sowjetisch-russischen Besatzungsarmee aus Deutschland. Voraussetzung dafür war, trotz aller Probleme der östlichen Nachbarn, eine Halbierung der deutschen Bundeswehrstärke mit Schließung zahlreicher Standorte (hier), die informelle Zusage, dass sich die Nato nicht nach Osten ausbreiten werde (hier) – und das Grundgesetz, dem die Russen die deutsche Friedensverpflichtung  entnehmen konnten. 

Europa lebte im Frieden, bis die USA kamen und ihre Einkreisungsstrategie gegen Russland aktivierten

Die friedlichen Folgejahrzehnte in Europa endeten nach dem Irakeinmarsch 2003, als die US-Amerikaner Stück um Stück ihre Absicht verwirklichten, Russland zum Westen hin abzublocken. Dazu benutzten sie ihre uralte Methode, andere vorzuschicken. Sie erweiterten absprachewidrig die Nato Land um Land in Richtung Russland, brachen völkerrechtswidrig den Kosovokrieg vom Zaun und drängten ständig die zurückhaltenden Deutschen und ihre Nachbarn, die militärische Ostverschiebung mitzumachen. Wer nicht aktiv mitmarschieren wollte wurde schon früher vom deutschstämmigen US-Verteidigungsminister Rumsfield sie als mattes „altes Europa“ abqualifiziert (hier). 

„Großartiger US-Erfolg“: Ein neuer eiserner Vorhang spaltet Europa

Ziel der US-Strategie waren ein neuer eiserner Vorhang von Nord- bis Südeuropa und – als krönender Abschluss – die Umwidmung der ukrainischen Schwarzmeerküste, der Krim und ihres großen Kriegshafens Sewastopol in ein Natoland mit Militärstützpunkten. Der Idealfall wäre es, endlich Teile der US-Mittelmeerflotte auch im Schwarzen Meer mit dem Heimathafen Sewastopol zu stationieren. Damit könnte man Russland buchstäblich von der westlichen Hemisphäre einschließlich seiner Präsenz in den Israel umgebenden Staaten abschnüren. Für US-Militärs und deren sog. Tiefen Staat eine phantastische Vorstellung, für die sie Hunderte Milliarden Dollar mobilisierten. 

Die Ukraine ist der Schlussstein der Russlandblockade und deshalb für die USA die Nr. 1

Es war klar, dass die Russen sich nicht derart übertölpeln lassen würden – zumal von einem US-gescheuchten Bündnis, das einen Krieg nach dem anderen und  ein kaputtbombardiertes, Bodenschätze-geplündertes und mit Sanktionen geschundenes Land nach dem anderen als Ausweis seiner „Friedfertigkeit und hohen westlichen Wertebasierung“ aneinander reihte. Die ständigen Truppenverlegungs-Manöver aus den USA an die russische Peripherie und die aggressive Sprache gegenüber Russland konnten niemanden im Kreml darüber hinwegtäuschen, was hier im Schwange war. Wer das – nach zahlreichen vergeblichen Warnungen – schlussendliche militärische Eingreifen Russlands als „überraschend“ oder als „Einmannkrieg des Herrn Putin“ darstellt, hat keine Ahnung, ist ferngesteuert oder führt die Öffentlichkeit bewusst in die Irre – drei Eigenheiten, die Kritiker in Staatsfunk und der Berliner Ampelregierung als Integral zu erkennen glauben.

Was die Sozialdemokraten mit Nobelpreisträger Willy Brandt aufgebaut haben, dürfen die „Enkel“ nicht  abreißen

Der Frieden mit Russland ist die einzig tragfähige Zukunftsperspektive für den Kontinent. Ein „Nie mehr!“ in Richtung Russland, das bauchgesteuerte Ahnungslose losließen kann nur als „Nie mehr Krieg gegen Russland“ realistisch sein. Bei aller Abscheu vor den US-amerikanischen wie russischen Kriegen muss festgestellt werden, dass der Streit um drei Kleinprovinzen am Schwarzen Meer eine lokale postsowjetische Erbauseinandersetzung ist und keine Frage von Sein oder Nichtsein Europas. Die Russen stehen nicht morgen in Berlin, wenn sie Odessa besetzt haben. Im Gegenteil, sie haben auch Berlin 1994 freiwillig geräumt. Es ist vernagelte Infantilpolitik, unsere Wirtschaftliche Existenz wegen drei Ukraineprovinzen zur Disposition zu stellen und die Finanzen bis hin zu den Kleinrentnern zu ruinieren. Eine weitere Kriegs- und Sanktionsbeteiligung gegen Russland, das uns noch niemals angegriffen hat, muss für Deutschland ausgeschlossen werden. Das ist Wortlaut und Geist des Grundgesetzes. 

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