Rekonstruktion der Stasi-Akten: 16.000 Säcke voll zerrissener Seiten gammeln seit 8 Jahren vor sich hin

Seit acht Jahren ist der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BstU) mit der Aufgabe befasst, 16.000 Säcke mit von der Stasi zerrissenen Seiten wieder zu rekonstruieren. Doch seit drei Jahren liegt das Projekt auf Eis: Der Scanner des sogenannten „E-Puzzlers“, der die Schnipsel der Stasi-Dokumente zusammen fügen soll, funktioniert nicht richtig.

Dabei wurde der „E-Scanner“, den das Fraunhofer-Institut dazu als Pilotprojekt entwickelt hat immer wieder hoch gelobt und erhielt 2013 sogar den europäischen Innovationspreis. Die AfD-Fraktion verlangt in einer Kleinen Anfrage (19/26940) Auskunft über den Stand der beabsichtigten Rekonstruktion. 

„Wir sind besorgt, dass die Rekonstruktion der vor dreißig Jahren zerrissenen Stasiakten nicht mit Nachdruck verfolgt wird – wollte man die Unterlagen, wie derzeit allein durch manuelle „Puzzle-Arbeit“ wieder zusammenfügen, vergingen Jahrzehnte“, so der Abgeordnete Dr. Götz Frömming: „Wir fordern daher, alle technischen Möglichkeiten, auch jenseits des Fraunhoferinstituts, zu eruieren, damit dieses Kapitel der Aufarbeitung des Stasi-Unrechts vorangetrieben wird. Das sind wir den Opfern schuldig.“

Laut der Antwort der Bundesregierung, die der Redaktion bereits vorliegt, heißt es: Nach Kenntnisstand des BStU (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen) gibt es derzeit keinen sofort einsatzfähigen Scanner, der die besonderen Anforderungen des Projekts an die Scanqualität und vor allem an die Menge der zu verarbeitenden Schnipsel erfüllt. Dies wird von der Bundesregierung nicht in Abrede gestellt.

Das klingt nicht wirklich nach brennendem Interesse. Aber wer hätte auch etwas anderes erwartet. 

 

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