Corona: Provinz-Polizei schreibt 150 Anzeigen gegen Bürger zweiter Klasse

Foto: O24 / Symbolbild

Schwelm/Gevelsberg: Während in Berlin und anderen Großstädten zehntausendfach gegen die Corona-Auflagen verstoßen wurde, kennt die Polizei in der Provinz keine Gnade. Eine Hochzeit und Feierlichkeiten zu einer Taufe führten zu 150 Anzeigen. Die Kreispolizeibehörde gibt sich empört.

Original-Beamten-Gendersprech:

„Vielfach von Vernunft geprägt und unauffällig“ – so lautete aus Sicht der Kreispolizeibehörde die „Corona-Verhaltens-Bilanz“ für die vergangenen Sonnen- und Feiertage. Die meisten Bürgerinnen und Bürger im Polizeibezirk haben die Vorgaben der Coronaschutzverordnung beachtet, Verstöße waren aus Sicht der Polizei die Ausnahme.

„Für dieses umsichtige Verhalten gilt jeder und jedem Einzelnen mein Danke schön. Trotz der zahlreichen Lockerungen sollten wir nicht leichtsinnig werden. Noch ist völlig ungewiss, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird. Vorsicht ist daher ein guter Ratgeber“, betont Olaf Schade in seiner Doppelrolle als Leiter der Kreispolizeibehörde und Landrat.

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Auf sein absolutes Unverständnis stoßen vor diesem Hintergrund zwei am Wochenende notwendige Polizeieinsätze. Bereits am Samstag hatten sich rund 70 Personen an einem Wohnhaus in der Schwelmer Augustastraße versammelt. Von den Gästen einer Hochzeitsgesellschaft trugen nur vier Personen einen Mund-Nasen-Schutz, der geforderte Mindestabstand wurde nicht eingehalten.

Einen Tag später lautete die Einsatzlage: Am Ennepebogen in Gevelsberg wollen etwa 80 Personen eine Taufe feiern. Dafür haben sie zwar Tische und Stühle aber keinen Mund-Nasen-Schutz dabei.

Konsequenzen in beiden Fällen: Platzverweise, die von den Betroffenen auch befolgt wurden, sowie Ordnungswidrigkeitenanzeigen. „Unter dem Strich haben die Polizeikräfte die Personalien von 150 Personen aufgenommen. Ihnen drohen nun entsprechende Bußgelder“, bilanziert Schade.

Mit Blick auf das kommende, erneut lange Wochenende appelliert er an alle Bürgerinnen und Bürger, ihren notwendigen Beitrag zu leisten, um das Ausbreiten des Corona-Virus weiter zu verlangsamen und einzudämmen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, müssen Geisterfahrer aber nach wie vor engagiert darauf hinweisen, dass wir noch nicht am Ziel sind.“