Zwerge im Maasanzug: Davon geht die Welt nicht unter

Propaganda ist immer ein zweischneidiges Schwert. Wenn sie gut gemacht ist, kommt sie nicht mit der Brechstange daher wie „Jud Süß“, sondern lässt neben der beabsichtigten Wirkung vielschichtige Deutungen zu. Dazu bediente sich Reichspropagandaminister Goebbels seiner UFA-Stars, wie der Schwedin Zarah Leander, die ihre Karriere mit antifaschistischen Liedern in ihrer Heimat begann.

Nicht nur die Soldaten an der Front schunkelten zu ihrem Mutmacher, auch in den Konzentrationslagern wurden die Häftlinge mit der Musik beschallt und schöpften ihre Hoffnung daraus, wie später viele Überlebende berichteten.

Auch der Zwerg im Maasanzug steht wie sein historisches Vorbild auf Schauspielerinnen und ist mit einem körperlichen Makel behaftet, über den das Volk nur im Stillen witzelt. Goebbels nannten sie Hinkebein oder Klumpfuß und der Saarländer sammelt wahrscheinlich schon längst alle öffentlich kursierenden Pointen, die nach jedem Foto-Shooting mit seiner Natalie in die Welt gesetzt werden. Es ist eben nicht so einfach, auch mit den heutigen Möglichkeiten der Technik, die Größenunterschiede so zu kaschieren, dass es niemandem direkt auffällt. Zarah Leander stand übrigens bei vielen Sets neben bauchigen Vasen, um von ihrer Leibesfülle in der Hüftgegend abzulenken. Aber von so ein paar Makeln, davon geht doch die Welt nicht unter, oder? Vertrauen ist gut, Verbote sind besser. Mal sehen, wie lange sie wirken. Zwölf Jahre?

4 Kommentare

  1. Zitat Karl Kraus:
    „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.“

  2. Ein Schwein gehört geschlachtet und ich hoffe,
    dass ich das noch erlebe.
    Mit Schwerbrechern in einer Regierung ,geht es
    nicht mehr lange !

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