Zusammenstöße in Paris, Lyon, Nantes und Rouen – Gelbwesten protestieren weiter

Am Samstag zogen in Frankreich zum siebten Mal in Folge Tausende sogenannte Gelbwesten-Demonstranten auf die Straßen. In zahlreichen Städten kam es – wie auch an den vorangegangenen Samstagen – zu teils schweren Zusammenstößen mit der Polizei und zu Festnahmen. Wir zeigen ihnen einige Eindrücke aus Paris, Lyon, Nantes und Rouen.

In Paris setzten Polizisten zahlreiche Tränengasgranaten ein, um die Proteste zu kontrollieren. Demonstranten warfen und traten sie zurück. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen, unter anderem am Eiffelturm. In der Nähe des Hauptsitzes der Zeitung Le Parisien brannten mehrere Autos ab, allerdings wird ein technischer Defekt, der den Brand entfacht haben könnte, nicht ausgeschlossen.

Auch in der Stadt Rouen ging die Polizei mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Ein Journalist fing auf Video ein, wie ein Polizist aus nächster Nähe mit einem Flashball-Gerät auf ihn zielte. Dabei handelt es sich um eine nicht-tödliche Handfeuerwaffen, die mit Hartgummigeschossen geladen wird. Der Journalist behauptet, dass er Polizisten dabei filmte, wie sie einen Demonstranten festhielten, wobei ihm gesagt wurde, er solle verschwinden, während das Flashball-Gerät auf ihn gerichtet wurde.

Auch in der Großstadt Nantes kam es zu ähnlichen Protestszenen und Festnahmen. Berichten zufolge versammelten sich am Morgen rund 3.000 Demonstranten an mehreren Orten in Nantes. Am Nachmittag kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Laut Berichten wurden drei Demonstranten und zwei Polizisten verwundet, während 14 Demonstranten wegen des Werfens von Gegenständen oder des Tragens von Waffen festgenommen wurden.

Auch in der Stadt Lyon kam es zu mindestens 18 Festnahmen. Angeblich brachen hier die Zusammenstöße aus, als die Bereitschaftspolizei Tränengas und Blendgranaten einsetzte, um eine Menge von etwa 200 Demonstranten vor dem Rathaus zu vertreiben.

Die Bewegung der sogenannten „Gelbwesten“ entstand ursprünglich als Reaktion auf die Ankündigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die Kraftstoffsteuer erhöhen zu wollen. Trotz der Entscheidung der französischen Regierung, die Erhöhung dieser Steuer auszusetzen, wüten immer noch Proteste im ganzen Land.

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