Zulassungsverbot: Sozialneid und billiger Wahlkampf- Populismus

Das Zulassungsverbot für die Schummeldiesel vom Porschemodell Cayenne lässt wenig Mitleid aufkommen. „Wer braucht so ein Auto?“ – „Dass es überhaupt noch 22.000 Leute gibt, die sich so eine Dreckschleuder leisten können“ – das sind nur zwei Beispiele der schadenfrohen Kommentare in den sozialen Netzwerken.

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Foto by Impactbumper

„Endlich macht ein Minister mal das, was er soll“, steht unter dem Spiegel-Bericht.

Man kann es verstehen, aber Neid ist kein guter Ratgeber und erst recht einer der schlechtesten Katalysatoren für politische Entscheidungen, zum Beispiel bei Wahlen. Wer auf diesen Reflex setzt ist links. Glaubt wirklich einer der Besitzlosen, dass Dobrindt das Zulassungsverbot aus sozialer Verantwortung verhängt hat? Es geht in erster Linie um Betrug, wenn die Enthüllungen vom Spiegel stimmen, was Porsche bestreitet. Dort will man selbst hinter die Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Aber ist das wirklich die ganze Geschichte?

Wie groß wäre die Empörung gewesen, wenn es ein Diesel-Kleinwagen Modell betroffen hätte? Jetzt, wo es die Bonzen erwischt hat, überdecken die niederen Instinkte der Schadenfreude alles, was fragwürdig erscheint.

War es ein Geheimnis, dass die Hersteller bei den Schadstoffmessungen schummeln? Seit den Achtziger Jahren wurden die Autos immer größer, immer schneller. Auch der Verbrauch konnte im Verhältnis dazu deutlich gesenkt werden. Hat der VW Käfer, im Volksmund auch Kugelporsche genannt, noch weit über zehn Liter Superbenzin verschluckt, kommt damit heute so manche hochgerüstete Nobelkarosse aus. Mit Kat und Rußfilter konnte man sich jeden tonnenschweren SUV als Ökomodell schön reden, hätte bei guter Schulbildung aber wissen müssen, dass alles seine Grenzen hat.

Im Fall Porsche sollen die Hersteller nicht nur Schummelsoftware benutzt, sondern auch einen geheimen Mechanismus eingebaut haben, der erkennen kann, wann der Wagen auf dem Prüfstand steht. Und man hat wirklich geglaubt, das lässt sich jahrelang vertuschen? Eine ziemlich alberne Geschichte.

Ein Whistleblower hat die Informationen dann an den Spiegel weitergegeben, eigentlich ist das heutzutage eine Sache für Wikileaks. Aber Scherz beiseite – sicher ist an den Vorwürfen genug dran, dass sich der Spiegel mit dem mächtigen Porsche-Konzern anlegen kann, aber wurde da etwas „enthüllt“ oder bewusst lanciert? Immerhin stecken wir nicht nur im Sommerloch, sondern auch vor wichtigen Wahlen, sofern sie noch fair und demokratisch ablaufen.

Taktisch kommt die Affäre zur rechten Zeit. Die Union steht in der Kritik wegen Merkels Asylpolitik, auch wenn die Umfragen andere Werte suggerieren. Wenn schon an der Grenze nicht hart durchgegriffen werden „kann“, dann wenigsten bei denen, auf die sowieso alle schlecht zu sprechen sind – bei den Porschefahrern. Was mit der Energiewende gelang, nämlich den Grünen die Wähler abspenstig zu machen, ist auch hier als eines der Motive hinter dieser Paukenschlagaktion zu vermuten. Das linke Gutmenschhirn schwelgt in Robin Hood Fantasien und übersieht, dass nach den Porschefahrern vielleicht die Holzofenbesitzer dran sind oder vielleicht nicht ausreichend gedämmte Wohnhäuser stillgelegt werden, wenn es einer politischen Kaste in den Kram passt und Wählerstimmen bringt.

Wenn heilige Kühe wie Porsche geopfert werden, auch wenn jeder weiß, dass es um die Heiligkeit nicht so gut bestellt ist, zeigt dies nur die Skrupellosigkeit der ausführenden Politmarionetten. Der Schaden für die Autofahrer bleibt gering, zudem werden solche Wagen nicht selten geleast, doch der Neid der Wähler ist mit genügend Schadenfreude kompensiert. Einen Ersatz für den schmutzigen Dieselporsche gibt es längst, den Tesla-Roadster, von dem sogar der grüne Spaghettiperückenträger Hofreiter schwärmt. Mit diesem Theaterstück soll das Zeitalter der E-Mobile eingeläutet werden, ganz gleich woher der Strom dafür kommt. Windräder werden jedenfalls nicht dafür ausreichen.

Wäre es Dobrindt um die Umwelt gegangen (hüstel) und ganz speziell um den Kraftstoff DIESEL, dann hätte er nicht die Porschefahrer enteignen, sondern sämtliche Schiffe in allen deutschen Häfen beschlagnahmen müssen. Alleine entlang des Rheins wird ein Vielfaches der Menge von Diesel verbraucht, wie weltweit alle PKW-Diesel zusammen benötigen. Wie viel Dreck gelangt davon wohl ins Trinkwasser? Darüber denken wir lieber nicht nach, Schadenfreude ist besser, aber leider nur von kurzer Dauer. Morgen sind vielleicht die arroganten iPhone-Besitzer dran, was müssen die auch so teure Dinger kaufen, ein Billig-Android aus Original chinesischer Kinderwertarbeit tut’s doch auch …

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Wolfgang van de Rydt
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1 Kommentar

  1. Des tumben Deutschen Antriebskraft: Der Neid weil der Nachbar die größere Karre fährt.
    Ein Land bis oben hin voller Schizzos.

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