Wo bleibt die (Vor-)Leistung der Desiderius Erasmus Stiftung?

von Peter Colombo (Parteimitglied)

Während der Aktivitätsradius und die Medienpräsenz der AfD als Partei wirksam bleiben, hört Freund und Feind der Populisten kaum etwas über die parteinahe Desiderius-Erasmus-Stiftung (Erasmus-Stiftung). So wird auf der offiziellen Homepage außer einigen Kurzberichten über nette Treffen, seit Monaten wenig neuer Inhalt eingetragen. Das wird kaum allein an den offensichtlichen Finanznöten liegen? Warum nutzt die AfD diese Plattform nicht zur Vorstellung ihres bürgerlich-konservativen Gedankengutes? Fehlen ihr Know How und Experten?

Die politische „Konkurrenz“ (Konrad Adenauer Stiftung und andere) ist informativer

Alle parteinahen Stiftungen haben ähnliche Programme (Politikberatung, politische Bildung, Kultur- und Begabtenförderung, Internationale Beziehungen, wissenschaftliche Dienste/Archiv). Auf deren jeweiligen Homepage erfährt der Bürger, was sie gerade im jeweiligen Bereich tun. So sind z.B. Beispiel diese Informationen bei der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung auf zu finden. Hinzu kommen mehr oder weniger aussagekräftige Jahresberichte der Stiftungen.

Es ist verständlich, dass die seit knapp einem Jahr bestehende Erasmus-Stiftung, die ohne die staatliche Finanzausstattung auskommen muss, weniger vorweisen kann. Andererseits machen leere Seiten auf ihrer Homepage auch keinen guten Eindruck, zumal sich die blaue Partei immer wieder dem alten Vorwurf aussetzen muss, sie „habe für komplexe Fragen keine Lösungen“. Vier Veranstaltungen in 2019 und acht in 2018, auf denen zum Teil eigene Mitglieder referierten sind eine magere Ausbeute.

Was man schon heute in der Stiftung konkret machen könnte, dazu zwei Beispiele. Selbst wenn das AfD-Rentenkonzept noch nicht feststeht, wäre es sinnvoll den Bürger wenigstens über den Stand der Diskussion durch Publikationen und Youtube-Beiträge zu informieren. Auch über die dringenden Fragen der Kommunalpolitik (asylbedingte Finanznot der Kommunen!) könnte die Stiftung im Vorfeld der Kommunalwahlen aufklären, selbst wenn Schulungen und Veranstaltung wegen vieler Raumprobleme nicht immer möglich sind. Wer was bei dem einzigen Kommunal-Seminar am 25. – 27. Oktober 2019 im Raum Garmisch-Partenkirchen (Bayern) referieren soll, davon erfährt der Leser nichts.

Auch ohne Finanzmittel sind fundierte Aktivitäten möglich

Solche Vorleistungen an den Bürger bedürfen keines großen Finanzengagements. Jeder Portalbetreiber im Bereich der Alternativmedien, der primär seine intellektuelle Arbeit einsetzt, weiß darüber Bescheid. Die AfD könnte – wie behauptet wird – in vielen Bereichen auf einen breiten Experten-Pool aus Mitgliedern und Sympathisanten zurückgreifen. Derartige Beiträge wären keine verbotene „direkte Werbung“ für das eigentliche Parteienprogramm. Demgegenüber könnte mit positiver Resonanz gerechnet werden, wie der Erfolg des AfD-TV zeigt.

Mit vorgenannten Vorleistungen bekäme der Bürger bereits jetzt ein wichtiges Indiz, dass die Erasmus-Stiftung sich in Zukunft um die Verbreitung des bürgerlich- konservativen Gedankengutes auch effektiv kümmern wird und fundiertes Wissen vermitteln wird. Denn bekanntlich haben politiknahe Stiftungen in Deutschland – siehe Affäre wegen der „Demokratie-Studie“ bei der SPD-nahen Friedrich Ebert Stiftung – einen schlechten Ruf. Es wird besonders massives Misstrauen gegenüber der Erasmus-Stiftung geben. Wer fundiert leistet, braucht diese nicht zu befürchten.

Anmerkung: Auch an der eigenen Partei muss berechtigte Kritik immer erlaubt sein. Es kann nicht sein, dass ohne Geld nichts gehen soll.


Peter Colombo (Parteimitglied)

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